Dichteres Zugangebot ab 2013
Gossau/SG. Ab 2013 soll das Bahnangebot dichter werden. Es werden stündlich zwei Schnellzüge und vier S-Bahnen Halt machen. Zudem ist ein Ausbau der Geleisekapazitäten zwischen St.Gallen und Gossau nötig.
Im öffentlichen Verkehr bestehen Zielkonflikte zwischen dem Fern- und dem Regionalverkehr. Wer rasch von St.Gallen nach Bern will, versteht nicht, dass ein sogenannter Schnellzug zwischen St.Gallen und Winterthur vier Zwischenhalte einschaltet, von Zürich bis Bern aber durchfährt. Wer von Gossau nach Zürich will, ist froh, wenn er nicht umsteigen muss. Und wer in Schwarzenbach wohnt, wünscht sich einen Halbstundentakt nach St.Gallen oder Wil.
St.Gallen-Winterthur direkt
All diese Ziele lassen sich kaum unter einen Hut bringen. Bei regionalen und lokalen Interessen wird ein Umdenken nötig sein, damit ein attraktiver nationaler und gar internationaler Fernverkehr auf der Schiene eine Chance hat. Solche Gedanken gab Regierungsrat Josef Keller den Vertretern der Regionen weiter, als er das Konzept für die S-Bahn St.Gallen ab 2013 vorstellte. Der Stadtrat Gossau unterstützt die Stossrichtung dieses Konzeptes, das auch Auswirkungen auf Gossau hat.
So ist Gossau keiner der sieben Knotenbahnhöfe. Diese liegen rund 30 Zugminuten voneinander entfernt und sind Drehscheiben des Zugangebots. Im nördlichen Kantonsteil haben Wil, St.Gallen, Altstätten und Wattwil Knotenfunktion. Im Fernverkehr setzt die Regierung auf schnelle Verbindungen auf den Linien Zürich-München, Wil-Chur, St.Gallen-Konstanz und St.Gallen-Arth-Goldau. Zwischen St.Gallen und Zürich sollen stündlich vier Schnellzüge fahren: zwei ohne Halt zwischen St.Gallen und Winterthur und mit einer Fahrzeit unter einer Stunde sowie zwei mit Halt in Gossau, Flawil, Uzwil und Wil.
Drei S-Bahnlinien
Der Regionalverkehr im Kanton stützt sich ab 2013 auf drei S-Bahnlinien: Eine Ringlinie St.Gallen-Rheintal-Rapperswil-St.Gallen sowie die Linien Sargans-Rapperswil und Wil-St.Gallen. Die S-Bahn zwischen St.Gallen und Wil soll im Halbstundentakt alle Stationen bedienen.
Auch auf der S-Bahn-Strecke St.Gallen-Weinfelden ist der Halbstundentakt an allen Stationen ins Auge zu fassen. Dafür sind zusätzliche Geleise nötig, unter anderem zwischen St.Gallen und Gossau. Kantonsrat Ruedi Blumer hat diesem Anliegen bereits im September 2008 mit einer Motion Nachdruck verschafft.
Schienenbauten vorfinanzieren
Die Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr im Kanton St.Gallen soll ausgebaut werden. Verschiedene Projekte sind vom Bund zwar beschlossen, aber auf längere Zeit hinausgeschoben. Ein Komitee mit 50 Personen aus allen Parteien und Regionen hat darum eine kantonale Volksinitiative lanciert. Diese will den Kanton dazu veranlassen, solche Schieneninfrastruktur-Projekte vorzufinanzieren, damit sie rascher realisiert werden können.
Eines dieser Projekte ist der Ausbau zwischen St.Gallen und Gossau, wo beim beabsichtigten Angebotsausbau ein Kapazitätsengpass vermieden werden muss. Der Gossauer Stadtrat unterstützt die Stossrichtung der Initiative, welche diese Woche der Kantonsregierung übergeben wird.



























