
Derber Schnupfspruch: Jodelchörli entschuldigt sich
Urnäsch/AR. Das Jodelchörli Urnäsch am Säntis hat sich gestern in der Sendung «Schweiz aktuell» des Schweizer Fernsehens öffentlich für einen derben Schnupfspruch entschuldigt.
Einige der Jodler hatten den Spruch während des Schwägalp-Schwingets vor laufender TV-Kamera zum besten gegeben. René Frischknecht, der Präsident des Jodelchors, bedauerte den Vorfall. Für die Jodler selber sei das Vortragen des Spruchs kein ausserordentliches Ereignis gewesen, doch dies hätte nicht in der Öffentlichkeit geschehen sollen. Die Jodler hätten halt eine etwas rauhere Sprache.
Mit der öffentlichen Entschuldigung machten das Jodelchörli und sein Präsident eine Kehrtwendung. Frischknecht hatte noch vor ein paar Tagen gesagt, er sehe als Präsident keinen Grund, sich für das Verhalten der Jodler zu entschuldigen. TV-Zuschauer hatten sich bei SRG-Ombudsmann Achille Casanova über den
Jugoslawen-feindlichen Spruch der Jodler beschwert. Die Beschwerde wurde gutgeheissen und SF-Sportleiter Urs Leutert entschuldigte sich darauf für den Fauxpas.
Diese Woche reichte der Verein Humanrights.ch bei der Ausserrhoder Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein. Mit der Strafanzeige bezweckt der Verein, dass grundsätzlich über das Verhältnis zwischen dem
Rassendiskriminierungsverbot und der Meinungsäusserungsfreiheit nachgedacht wird.