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Der Wein zur Landsgemeinde

Appenzell Ausserrhoden. Das Initiativkomitee degustiert den «Landsgmendwy»

Die Landsgemeinde gibt es schon seit zwölf Jahren nicht mehr, aber es gibt immer noch den dazugehörigen Wein, den „Landsgmendwy“, den die Firma Lutz Weinbau in Wienacht-Tobel keltert, wo sich die einzigen Rebberge in Ausserrhoden befinden. Dorthin lud am vergangenen Freitag das Komitee zur Wiedereinführung der Landsgemeine in Ausserrhoden zu einer Weindegustation. Das Komitee hatte im Dezember 2007 eine entsprechende Initiative mit 1300 Unterschriften eingereicht, die voraussichtlich im Juni des kommenden Jahres zur Abstimmung kommt.

Felix Lutz, der in dem milden Klima über dem Bodensee verschiedene Traubensorten anbaut, erinnert sich, wie er vor zwölf Jahren gefragt wurde, was jetzt aus seinem „Landsgmendwy“ werde. Er habe aber mit dem Wein einfach weiter gemacht. Mit dem Weinbau sei es wie mit der Landsgemeinde: Man müsse ihn weiterentwickeln, aber auch die Tradition weiterführen. „Wir müssen auch Neues studieren, aber nicht alles über den Haufen werfen, was einmal gut war“, sagte Lutz.

Lutz hat nicht das beste Weinjahr hinter sich. Ganz allgemein spüre man auch im Weinbau die Klimaveränderung. Die Sonne sei greller geworden und es komme zu grossen Temperaturschwankungen, berichtete Lutz. Zum Beispiel habe es im Mai Tage gegeben, an denen das Thermometer am Morgen vier und am Nachmittag 28 Grad zeigte. Das bedeute grossen Stress für die Reben. Zudem wurde Wienacht-Tobel von einem ungewöhnlich schweren Hagelwetter getroffen. 20 Zentimeter Hagelkörner lagen vor vor dem Hof von Felix Lutz.

Bettina Bernhardsgrütter vom Initiativkomitee umriss noch einmal die Ziele des Vorstosses zur Wiedereinführung der Landsgemeinde. Die Wahl des Regierungsrats und die Sachgeschäfte sollten wieder von der Landsgemeinde entschieden werden. Wichtig sei die physische Anwesenheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Zur Landsgemeinde gehöre das offene Handmehr, doch seien auch elektronische Hilfsmittel zur genauen Feststellung des Mehrs zu prüfen. Verbesserungen seien durchaus möglich. Sicher müsse eine genaue Eingangskontrolle sicherstellen, dass wirklich nur Stimmberechtigte im Ring anwesend seien. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte verbessert werden, wobei der Stimmausweis auch als Tageskarte dienen könnte. Auch mehr Sitzgelegenheiten seien machbar.

Wichtig sei aber, dass der Rahmen stimme, sagte Bernhardsgrütter. Dazu gehöre das Gegenüber von Regierung und Stimmberechtigten und auch die Rede des Landammanns an das Volk. Das gemeinsame Singen des Landsgemeindelieds gehöre dazu und auch die Trommler und Pfeifer. Es gelte, Altes zu bewahren und Neues zu kreieren, hatte Felix Lutz gesagt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 28.09.2009 - 12:08:17