Der Mann unter dem Samichlausbart
Speicher. Am vergangenen Wochenende hatte die Chlausgruppe alle Hände voll zu tun: Die Mitglieder waren als Samichläuse unterwegs, verteilte Chlaussäckli und erzählten Geschichten.
Sie kennen die unartigen und die braven Kinder und wissen, wer das Jahr über etwas angestellt hat – und wer nicht: Die Chlausgruppe Speicher besteht aus zirka 12 Samichläuse, Schmutzlis und «Eseln». Die Esel – das sind allerdings die Fahrer der Gruppe, Samichlaus und Schmutzli werden nämlich ganz modern mit dem Auto von Haus zu Haus gefahrenden. Jedes Jahr besucht die Chlausgruppe Kinder in Wald, Trogen, Speicher und Speicherschwendi. Sie loben und tadeln die Kinder, erzählen eine Geschichte und bringen ein «Chlausensäckli» mit.
Kinderlieb und ein guter Erzähler
Hans Georg Kasper ist schon seit vier Jahren in der Gruppe. «Es ist jedes Jahr wieder ein schönes Erlebnis, in die glänzenden Augen der Kinder zu schauen, wenn sie meiner Geschichte lauschen», erzählt Kasper. Gut erzählen zu können nennt das erfahrene Mitglied deswegen auch als eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Samichlaus haben muss. « Man sollte aber auch den Umgang mit den Kindern mögen um auf sie einzugehen und ihre Erwartungen erfüllen zu können.»
Tadeln ja, schimpfen nein
Bei der Chlausgruppe gilt: Egal ob ein Kind ungezogen oder brav war, in erster Linie geht es darum, ihm eine Freude zu bereiten. Ein Samichlaus dürfe das Kind ruhig etwas tadeln, aber ausschimpfen und ihm Angst einflössen sei Tabu, betont Kasper. Leider gäbe es Eltern, die mit dem Samichlaus drohen, würden die Kinder unartig sein. «Dies ist aber nicht Zweck der Sache, denn das Kind sollte Freude am Samichlaus haben, und keine Angst». Dafür hat die Chlausgruppe Speicher einen Flyer mit Ratschlägen für Eltern herausgegeben, welche einen Samichlaus eingeladen haben.
Keine weiblichen Samichläuse
«Bei unserer Gruppe gibt es keine weiblichen Samichläuse, da die Kinder überzogen sind, dass Samichlaus und Schmutzli männlich sind», erklärt Kasper. Als seltene Ausnahme kann ein Schmutzli weiblich sein. Denn der spricht sowieso selten. Das Sprechen wird meist dem Samichlaus überlassen.»
Informationen zum Verein
Die Chlausgruppe besteht schon seit etwa 40 bis 50 Jahren und wird von der Katholischen Paulus Pfarrerei Speicher organisiert. Das Ziel ist es, eine alte Tradition zu bewahren und den Kindern eine Freude zu machen. Wer dem Verein beitreten möchten oder seinen Kindern eine Freude bereiten und den Samichlaus nächstes Jahr zu sich einladen will, kann sich bei Herrn Claudio Kasper, Bergweg 8,9043 Trogen,Telefonnummer: 071/ 344 18 66 melden.
Kosten pro Kind: 20 Franken



























