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Der Kanton Schwyz zieht für das Jahr 2022 Bilanz in Sachen Wolf

Die durch den Wolf verursachten Risse an Nutztieren auf Alpen nahmen im Kanton Schwyz im Sommer 2022 leicht zu.

Die Entwicklung in umliegenden Kantonen führt jedoch dazu, dass sich viele Landwirte aktiv informieren und in den Herdenschutz investieren. Parallel erkundet die neu angelaufene Schaf- und Ziegenalpplanung mögliche weitere Wege im Umgang mit dem Raubtier.

Zunehmender Wolfsdruck veranlasst Landwirte zu Investitionen im Herdenschutz

Mit insgesamt drei Rissen im Frühling 2022 nahmen die Risse an Nutztieren in der Talzone im Kanton Schwyz gegenüber dem Vorjahr um zwei zu. Mehrheitlich wurden diese durch ausgewanderte Jungwölfe der umliegenden Rudel verursacht. Nachdem im Kanton Schwyz im Sommer 2021 der erste Riss an Nutztieren auf Alpen erfolgte, kam es mit zwei Rissen im Sommer 2022 lediglich zu einer leichten Zunahme. Ebenfalls nur leicht zugenommen haben die Verdachtsfällte mit vermissten Tieren und verletzten Nutztieren. Ein Angriff auf ein Rind konnte von der Wildhut genetisch auf einen Hund zurückgeführt werden. Die restlichen Fälle konnten weder genetisch noch anhand der Spuren klar einem Verursacher zugewiesen werden.

Infolge des zunehmenden Wolfsdrucks setzen sich viele Bewirtschafter aktiv mit den Möglichkeiten des Herdenschutzes auseinander. Im August 2022 organisierten der kantonale Kleinviehzuchtverband sowie das Amt für Landwirtschaft einen Praxistag Herdenschutz. Über 140 Landwirte informierten sich über die aktuellen Zauntechniken, Installationsgrundsätze von Zaungeräten sowie Möglichkeiten in der Abgeltung von Herdenschutzzäunen. Die Rückmeldungen aus der Veranstaltung zeigen, dass die Landwirte dieses Jahr im grossen Umfang in neue Herdenschutzzäune investiert haben. Das Überspringen von Zäunen gehört nicht zum angeborenen Verhalten von Wölfen. Bekommt ein Wolf bei seinem ersten Zaunkontakt einen abschreckenden Stromstoss, akzeptiert er in der Regel Zäune als ein Hindernis.

Erfahrungen Ersteinsatzgruppe Herdenschutz

Zusätzlich informierte das Amt für Landwirtschaft die Landwirte an zwei Online-Veranstaltungen über die Herdenschutz-Sofortmassnahmen des Bundesamts für Umwelt, mitunter die neue Ersteinsatzgruppe Herdenschutz sowie die kantonale Schaf- und Ziegenalpplanung. Die Ersteinsatzgruppe Herdenschutz geht nach einem Riss oder Rissverdacht aufgrund der Meldungen der Wildhut vor Ort. Der Schutz der restlichen Tiere sowie die Bedürfnisse des betroffenen Tierhalters stehen dabei im Fokus. Zudem schätzt sie den Schutzstatus der gerissenen Tiere ein. Die Ersteinsatzgruppe Herdenschutz hatte im Jahr 2022 bislang drei Einsätze geleistet, zwei davon fanden auf Alpen statt, beide im äusseren Kantonsteil. In einem Einsatz standen umfangreiche Zäunungsarbeiten an.

Zwischenbilanz Schaf- und Ziegenalpplanung

Mit der Schaf- und Ziegenalpplanung wird die aktuelle Datenbasis zur Sömmerungssituation im Kanton Schwyz erweitert und die Grundlagen für einen koordinierten Herdenschutz geschaffen. Im Sommer 2022 wurden total 35 von insgesamt 37 grösseren Schafalpen begangen. Die Schützbarkeit sowie die Wirtschaftlichkeit der potenziellen Schutzmassnahmen der jeweiligen Alpen werden nun individuell geprüft. Im Vordergrund stehen Herdenschutzzäune, wobei Bachläufe, Wasserversorgungen sowie die Tortechnik für Wanderwege die grössten Herausforderungen darstellen. Die Ziegenalpen werden über den Winter 2022/23 mit einem Fragebogen erfasst und darauf basierend die noch nötigen Begehungen im Sommer 2023 geplant. Dieser Prozess soll spätestens im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.

Herdenschutz 2023

Aufgrund nationaler politischer Vorstösse und geplanten gesetzlichen Anpassungen werden Neuerungen zum Thema Wolf erwartet. Das Amt für Landwirtschaft setzt den intensiven Austausch mit allen Beteiligten fort und plant im Frühling eine Herdenschutztagung für die Landwirte.

 

Quelle: Kanton Schwyz
Titelbild: Symbolbild © Martin Prochazkacz – shutterstock.com

Schweiz / 29.11.2022 - 11:30:51