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Der etwas andere Banker

Appenzell. Er jasst, singt und bekommt von einem schönen Ruggusserli Gänsehaut. So sympathisch können Banker heutzutage noch sein.

Wenn man Daniel Inauen aus Appenzell kennt, findet man selbst Börsenschwankungen und Wirtschaftskrisen wieder sympathisch. Der 33-jährige Vollblut-Appenzeller arbeitet seit zweieinhalb Jahren als Kundenberater und Vermögensverwalter bei der Bank Wegelin & Co. in St.Gallen, der ältesten Bank der Schweiz. Zudem kommentiert er mehrmals im Jahr die aktuellen Börsen-Berichte auf Tele Ostschweiz.

Börsenmenschen fällt es häufig schwer, einem Laien diese verzwickte und komplizierte Welt erklären zu können. Inauen scheint jedoch Fähigkeiten zu besitzen, Nichtwisser die Börse so zu erläutern, als sei es das simpelste Phänomen der Welt – und das mit einer beneidenswerten Engelsgeduld. Doch wer ist Daniel Inauen überhaupt? Die «Herisauer Zeitung » im Gespräch mit ihm.

Sie sind des Öfteren als Börsenexperte auf Tele Ostschweiz zu sehen. Kann man Sie bereits zur Servelat-Prominenz der Schweiz zählen?
Wenn, dann zur Brodwoscht-Prominenz. Man kennt diese Welt ein wenig, doch nach zwei Jahren ist man da noch nicht richtig dabei. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass mich Leute auf der Strasse erkannt haben.

Sie wirken im Fernsehen stets sehr seriös. Sind Sie das wirklich?
Bei der Arbeit ganz sicher. Doch in der Freizeit versuche ich irgendwie in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ich brauche diese Andersartigkeit im zivilen Leben. Ich singe und tanze sehr gerne, geniesse das Leben in vollen Zügen. Ich singe zum Beispiel in einer Acapella-Gruppe (apacella), spiele in einer Guggenmusik Susaphon (Quöllfrösch), jasse, wandere und mag alles, was traditionell ist. Dieses Jahr gehe ich zum ersten Mal «silvesterchlausen». Ich bin eben ein richtiger Appenzeller.

Die Gesellschaft hat gewisse Vorurteile über das Image der Banker. Können Sie dieses Phänomen bestätigen?
Ja, das kann ich bestätigen. Ich selbst möchte aber ein wenig anders sein, oder versuche es zumindest. Ich arbeite wie jeder andere auch. Nur weil ich auf einer Bank arbeite, muss das aber nicht heissen, dass ich durch die Stadt stolziere. Irgendwie passe ich nicht so in das typische Bild eines Bankers.

Ich bin immer noch ich selber, samt urchigem «Appenzöller-Dialekt». Dies ist nur möglich, weil ich in einer kleinen Bank wie Wegelin & Co. arbeiten darf. Hier ist man nicht einfach eine Marionette irgendeiner Bank. Hier wird noch sehr viel Wert auf Eigeninitiative und Meinungsfreiheit gelegt.

Appenzeller haben irgendwie einen Bonus und werden sehr geschätzt. Und wenn ich manchmal meinen Kunden vom schönen Appenzellerland erzähle, sind sie immer völlig begeistert. Es gab schon welche, die daraufhin die Landsgemeinde besucht haben.

Können Sie bei schlechtem Börsengang noch schlafen? Beschäftigen Sie Börsenverluste?
Jeder Anleger wird von mir bereits beim ersten Gespräch auf die Risiken mit Geldgeschäften aufmerksam gemacht. Selbstverständlich ist man mit den Anlegern verbunden, jeder verlorene Franken schmerzt. Doch kurzfristige Schwankungen an der Börse interessieren mich weniger. Ich bin der langfristige Denker. Denn wenn man die Börse aus dieser Sichtweise betrachtet, kann man erkennen, dass so manch verlorenes Geld wieder zurück gewonnen wird. Ich schlafe jede Nacht prächtig, Börsenschwankungen hin oder her.

Erklären Sie einem Laien in zwei Sätzen, wie die Börse funktioniert?
Die Börse wird durch viel Psychologie der Anleger gesteuert. Die Börse reagiert durch diese Psychologie sehr schnell auf Veränderungen der Wirtschaft.

Genau, so einfach kann diese verzweigte Welt doch sein. Obwohl er täglich mit hohen Geldbeträgen jongliert, ist er auf dem Boden geblieben und immer wieder stolz, «en Appezöller» zu sein. Inauen, der etwas andere Banker.

Wo findet man einen jodelnden Bankangestellten, der um keinen Preis sein Appenzell gegen einen anderen Ort dieser Welt eintauschen würde? Genau dort, wo die Chefs eben noch mit dem Lehrling im gleichen Büro sitzen – der Bank Wegelin & Co.


Inauen in den Mund gelegt…
Appenzeller sind…
tolle Leute.

Wenn sich mein Gehalt halbieren würde,…
müsste ich mehr arbeiten.

Wenn ich Lottomillionär werde,…
baue ich mir ein Haus.

Ich habe es noch nie getan, wollte aber schon immer einmal…
Brasilien kennen lernen.

Ich würde momentan nicht investieren in…
Banken. Dies aufgrund der gegenwärtigen Kreditprobleme in der Finanzbranche.

Nach den Ferien zur Arbeit zu gehen,…
ist immer wieder schön.

Ich bekomme Gänsehaut,…
von einem schönen Ruggusserli.

Die Börse ist…
interessant – aber komplex.


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Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 18.10.2007 - 18:31:00