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«Dem Trend entgegenwirken»

AR. Im Interview erklärt Regierungsrat Matthias Weishaupt, warum ein Programm wie «freelance» benötigt wird und wieso das Präventionsprogramm «nur» ein Puzzlestück ist.

Herr Weishaupt, ist ein Programm wie «freelance» nötig?
Fast täglich lesen wir in der Zeitung von Jugendlichen, welche betrunken und/oder unter Einfluss von anderen Suchtmitteln sich selber gefährden, aggressiv gegenüber Mitmenschen sind oder mit Sachbeschädigungen unangenehm auffallen. Auch die Statistiken, zum Beispiel die alle vier Jahre durchgeführte Schülerbefragung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme SFA, zeigen, dass es von politischer und fachlicher Seite Ideen braucht, um diesem Trend entgegen zu wirken.

Reicht denn ein solches Programm, um Prävention wirksam zu machen?
Nein, es braucht ein Netzwerk. Die Ausserrhoder Politik hat im Gesundheitsgesetz verschiedene Artikel im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung verankert. Die Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden arbeitet ihrerseits mit Schulteams, Schüler/innen, Eltern, Gemeinden, Vereinen und auch Firmen zusammen, damit individuell auf die bestehenden Problematiken eingegangen werden kann. In Appenzell Ausserrhoden besteht somit ein Netzwerk, welches von verschiedener Seite Unterstützung bietet, damit Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit Informationen über Suchtverhalten versorgt und Möglichkeiten, einen guten Umgang mit gewissen Substanzen erlernen können. Das Oberstufenprogramm «freelance» ist dabei ein wichtiges Puzzlestück.

Wird ein Programm wie «freelance» von den Schulen gewünscht?
Fast 50 Ausserrhoder Oberstufenklassen haben sich für «freelance» angemeldet. Das zeigt, dass ein solches Programm von der Schulen gewünscht wird und die Beratungsstelle für Suchtfragen sehr eng und gut mit den Schulen zusammen arbeitet. Mit dem neuen Präventionsprogramm für die Oberstufen «freelance» haben die Ostschweizer Kantone ein Instrument geschaffen haben, welches die Lehrpersonen in ihrer Aufgaben optimal unterstützt. Für die Schülerinnen und Schüler bietet es eine Möglichkeit, mit Spass, Ernsthaftigkeit und Engagement suchtpräventive Botschaften zu empfangen.

Was läuft im Bereich Prävention von politischer Seite?
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist seit 1. Januar das neue Gesundheitsgesetz in Kraft. Die Gesundheitsförderung und Prävention ist im Gesundheitsgesetz verankert. In den Artikeln 14 bis 19 werden verschiedene Punkte definiert, welche im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention wichtig sind. So sind zum Beispiel Massnahmen im Gesetz verankert, um den Suchtmittelmissbrauch auf der Verhältnisebene zu bekämpfen, unter anderem das Tabakverkaufsverbot für Jugendliche unter 16 Jahren, die Werbeeinschränkung für alkoholische Getränke und Tabakerzeugnisse, das Rauchverbot auf Schularealen und Massnahmen zum Schutz vor dem Passivrauchen in öffentlichen Gebäuden (inklusive Gastronomie). Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat damit ein fortschrittliches Gesundheitsgesetz mit Massnahmen, welche eine effektive Verhältnisprävention überhaupt möglich machen.

Im Februar 2004 hat der Kantonsrat dem «5-Jahres-Aktionsplan 2004-2008 für eine Präventionspolitik Tabak/Alkohol in Appenzell Ausserrhoden» zugestimmt und das Departement Gesundheit mit der Umsetzung des Aktionsplans beauftragt. Was ist seither passiert?
Wir konnten in den letzten vier Jahren im Kanton Appenzell Ausserrhoden sehen, dass es dann möglich ist, Prozesse in Gang zu bringen, wenn alle Akteure am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen. In den letzten Jahren hat die Beratungsstelle für Suchtfragen auf verschiedenen Ebenen Projekte lanciert und umgesetzt und die Öffentlichkeit sensibilisiert. Die Präventionstätigkeit in unserem Kanton hat durch den 5-Jahres-Aktionsplan eine Struktur erhalten. Es wurde und wird die Basis für eine effiziente und ausgewogene Suchtprävention gelegt, damit diese auch über die Zeit des Aktionsplans weiter wirkt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 28.02.2008 - 07:52:00