Dem Feuerbrand den Kampf angesagt
TG. Die bundesinterne Einigungskonferenz hat einen gezielten und behördlich kontrollierten Einsatz des Antibiotikums Streptomycin zur Bekämpfung des Feuerbrands im Frühjahr 2008 bewilligt. Die Verwendung des Pflanzenschutzmittels ist an strenge Auflagen gebunden.
Im Juni 2007 hatte der Thurgauer Regierungsrat Bundesrätin Doris Leuthard darum ersucht, als zusätzliche Massnahme zur Feuerbrandbekämpfung einen beschränkten Einsatz von Streptomycin zu befürworten.
Nach eingehender Prüfung des Gesuches durch die drei direkt betroffenen Bundesämter für Landwirtschaft (BLW), Gesundheit (BAG) und Umwelt (BAFU) sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) hat nun eine Einigungskonferenz, bestehend aus den Generalsekretären des Volkswirtschaftsdepartements (EVD), des Departements des Innern (EDI) und des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sowie den Direktoren des BLW, BAG, BAFU und Seco grünes Licht für einen befristeten Einsatz des Antibiotikapräparates gegeben. Der Einsatz des Mittels wird an folgende strenge Auflagen gebunden:
– nur während der Blüte und bei hoher Infektionsgefahr;
– nur in geschlossenen Niederstammanlagen;
– Mindestabstand zum Siedlungsgebiet wird vorgeschrieben;
– kontrollierte Abgabe des Präparates durch die kantonale Pflanzenschutzstelle; obligatorische Rückgabe von allfälligen Restmengen
Die kantonale Pflanzenschutzstelle ist für die Einhaltung der vom BLW vorgegebenen Auflagen verantwortlich. Die Imker in den betroffenen Gebieten werden rechtzeitig in den Prozess einbezogen. Der in den behandelten Anlagen gewonnene Honig wird durch das kantonale Laboratorium untersucht und bei einer allfälligen Verunreinigung gegen Entschädigung eingezogen.
Der lang ersehnte, positiv ausgefallene Entscheid der Bundesbehörden ist für die Thurgauer Obstproduzenten eine grosse Erleichterung. Der Regierungsrat hofft jedoch auf einen günstigen Witterungsverlauf im Frühjahr, so dass ein Streptomycin-Einsatz gar nicht notwendig wird. Damit wäre wieder ein Jahr gewonnen, um die Entwicklung von wirksamen, jedoch weniger umstrittenen Mitteln zur Feuerbrandbekämpfung voranzutreiben.



























