Das Sterben als Teil des Lebens annehmen
Frauenfeld. Der Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche Thurgau will keinen «moralisierenden Umgang mit dem Suizid».
Der assistierte Suizid, wie ihn Organisationen wie «Exit» oder «Dignitas» böten, stehe oft am Ende einer «langen und bitteren Vorgeschichte», schreibt der Thurgauer Kirchenrat in einer Stellungnahme zu einer Interpellation aus der Reihen der evangelischen Synode.
Gegen systematischen Tabubruch
Die Kirche müsse deshalb gegen einen moralisierenden Umgang mit dem Suizid ankämpfen. Sie befürchte aber, dass der Tabubruch durch den assistierten Suizid systematisch werde. Menschen gerieten unter Druck, ihrem Leben ein Ende zu setzen, wenn sie hohe Gesundheitkosten verursachten und keine Aussicht auf Besserung bestehe.
Zudem gebe es Kreise, die diesen Tabubruch «zum Teil aus zweifelhaften Motiven» förderten. Vor diesem Hintergrund müsse es Sache der Kirchen sein, «sich in diesem Konzert der Stimmen lautstark für die Heiligkeit des Lebens» einzusetzen.
Sterbende unterstützen
Die Zeit des Sterbens solle dabei als natürlicher Teil des Lebens, als wichtige Lebens- und Reifephase gesehen werden. Diese gelte es weder um jeden Preis hinauszuzögern noch sie willentlich herbeizuführen. Menschen in dieser Phase und ihre Angehörigen sollten aber liebevoll begleitet und unterstützt werden.
Das Ziel von Palliative Care sei es, Patienten mit all ihren körperlichen, seelischen, sozialen und geistigen Bedürfnissen und Möglichkeiten so zu unterstützen, dass sie in dieser Zeit ein Höchstmass an Lebensqualität finden. Deshalb unterstütze der Kirchenrat auch die Initiative für Palliativpflege im Thurgau.



























