«Das Ländli», jetzt noch schöner
Herisau. Schüler, Eltern, Lehrpersonen und Anwohner feierten am Freitag, 6. Juni, das zehnjährige Bestehen des Neubaus im Schulhaus Waisenhaus.
Nass und frisch ist es draussen. «Möchtest du nicht die Schuhe anziehen? Du bist ja tatsächlich ein richtiger Sennenbub», bekommt jener barfüssige Knirps zu hören, der hinter dem Kuchenstand beim Verkauf des Gebäcks mithilft.
«Wir wollten und wollen», wird Waisenhaus-Vorsteher Christian Sprecher später in der Turnhalle sagen, «den Schülerinnen und Schülern in der Vorarbeit und Durchführung des Anlasses das vielfältige appenzellische Kulturleben näher bringen.» Dabei habe man schon Respekt gehabt, weil zum Beispiel Appenzeller Lieder heute vielleicht nicht mehr so «cool» seien.
Aber es sei gut herausgekommen, weil die Einstellung gestimmt habe. Die Klassen leisten denn auch grossen Einsatz auf und neben der Bühne. «Mer hend ä schös Ländli»: Dieser Liedtitel ist Namensgeber des Festes mit musikalischen, spielerischen und tänzerischen Teilen. Eigenaktivitäten der Besucherschar und Darbietungen von Gruppen wechseln sich programmfüllend ab.
Säntis-Klettern, Buebeschwingen
Die Schülerinnen und Schüler blicken auf nachmittägliche Sport- und Plausch-Aktivitäten zurück wie Appenzeller Minigolf und Säntis-Klettern in der benachbarten BBZ-Halle, auf einen Postenlauf, auf Buebeschwingen im Ebnet.
Vom frühen Abend an sind die Waisenhaus-Räumlichkeiten die Schauplätze. Im ersten Stock werden Fotos von der baulichen Entwicklung gezeigt. Im Wettbewerb wird unter anderem die Frage gestellt, wie hoch ein Turm mit allen Sechstklässlern und ihrem Lehrer sei. Die Köche und Köchinnen legen für Chäshörnli und Siedwürste in der Turnhalle Zusatzschichten ein, während der Vorsteher am Mikrofon den Besucherinnen und Besuchern, den Eltern und Anwohnern im Speziellen, für das Erscheinen dankt wie auch für die positive Einstellung zur Schule.
Die Gruppe der 2. und 5. Klasse zeigt einen Appenzeller Tanz. Das Chinder-Chörli von Hans Frick tritt auf, auch ein Lehrerchor. Gedichte werden vorgetragen, Rangverkündigungen abgehalten.
34,20 Meter Alpaufzug
«Mer hend ä schös Ländli»: im engsten Sinn ist am Freitag, 6. Juni, für die Festgemeinde das Schulhaus Waisenhaus angesprochen – noch genauer genommen der Neubau. Vor zehn Jahren ist dieser mit der Turnhalle und sechs Schulzimmern als Ergänzung zum traditionellen Altbau eingeweiht worden.
Für 15 Lehrpersonen und rund 160 Schülerinnen und Schüler aus Kindergarten und Primarstufe ist diese Schuleinheit Unterrichts-Heimat. Seit Freitag, 6. Juni, ist das Waisenhaus-«Ländli» noch etwas schöner: Die stattliche Darstellung eines Alpaufzuges auf 14 Tafeln, mit einer Totallänge von 34,20 Metern und einer Höhe von 60 Zentimeter, ziert neuerdings den Eingangsbereich des Neubaus. «45 Zentimeter misst der grösste Bauer. Alle Klassen haben daran mitgearbeitet, auch die Kindergärtler», erzählt einer der «Waisenhaus-Sennen» nach abgeschlossener Montage-Arbeit.
Die Präsentation des Schulhaus-Schmuckes stellt einen emotionalen und farbenfrohen Höhepunkt des Abends dar.
Stimmungsvoll und würdig
Der Freitag ist Quartierfest, Plauderstunde, Klassenzusammenkunft, Ehemaligentreffen, Elternabend in einem. Im ersten Teil des Abends sind vor allem Unterstufen-Schüler aktiv, im zweiten mehrheitlich die Mittelstufen-Schüler. Die Festbänke in der Turnhalle sind sehr gut besetzt. Einige Besucher schauen von oben, von der Galerie beim Garderobengang, auf die Bühne. Dort ist eben die Streichmusik aktiv.
Stimmungsvoll, würdig nimmt das Fest seine Fortsetzung. Kein Zweifel kann darüber bestehen: auch der letzte Punkt des gedruckten Tagesprogrammes wird in organisatorischer und moralischer Hinsicht bestens geklappt haben: «Fröhliches Aufräumen durch Eltern und Lehrpersonen ».



























