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«Das ist der Boden, auf dem wir stehen»

Gonten. Die Mineralquelle Gontenbad verdient ihr Brot mit dem Vertrieb von Mineralwasser in Flaschen. Ein Verkaufsverbot hätte unliebsame Folgen für den Betrieb.

CVP Nationalrat Jacques Neirynck stellt sich in den Dienst der Natur und zielt mit seiner Kritik auf Mineralwasser in Flaschen, das aus seiner Sicht teilweise bloss «Leitungswasser» sei und durch den weiten Transport die Umwelt stark belaste. Mittels einer Motion will er ein nationales Verkaufsverbot erwirken. Gabriela Manser, Geschäftsleiterin der Mineralquelle Gontenbad findet die Idee höchst bedenklich.

Frau Manser, was halten Sie vom Vorstoss von Jacques Neirynck mit dem Ziel, Energie zu sparen?

Für mich ist das Nonsens. Es wird einfach ein System von Amerika übernommen, einem Land, in dem völlig andere Grundvoraussetzungen herrschen. Bei uns sind die Qualitätsvorschriften für Mineralwasser streng geregelt. Es handelt sich nicht um Leitungswasser, das abgefüllt und verkauft wird.

Was unterscheidet denn das Mineralwasser Ihrer Quelle vom Leitungswasser?

Unser Lebensmittelgesetz enthält Verordnungen, die für das Trinkwasser gelten. Das Leitungswasser kann im Vergleich zum Mineralwasser künstlich aufbereitet werden, damit es den Trinkwasseranforderungen entspricht. Das Mineralwasser jedoch darf nicht behandelt werden und muss immer die gleiche Zusammensetzung an Mineralien aufweisen. Das Mineralwasser unserer Quelle befindet sich bereits seit 25 bis 35 Jahren im Boden, was die Kontinuität der Zusammensetzung gewährleistet. Das Oberflächenwasser hingegen verändert seine Konsistenz je nach dem ob es mehr oder weniger regnet.

Welche Folgen hätte ein Verbot für Ihren Betrieb?

Zwei Drittel unserer Produktion gründet auf Mineralwasser. Das ist der Boden auf dem wir stehen. Ein Verbot würde uns den Kopf kosten – hätte mindestens Entlassungen zur Folge, alles weitere möchte ich mir zu diesem Zeitpunkt lieber nicht ausmalen. Mineralwasserproduzenten wären aber nicht die einzigen Leidtragenden eines Verbotes für Mineralwasserfläschchen. Auch Restaurantbetriebe machen ihren Gewinn mit Getränken. Wie sollen diese einem Kunden erklären, dass sie für ein Hahnenwasserfläschchen gleich viel verlangen müssen, wie für ein Mineralwasser?

Sehen Sie alternative, bessere Möglichkeiten, um Energie zu sparen?

Eine Möglichkeit sind die angestrebten Bemühungen, regionale oder nationale Produkte anzubieten, wenn sie in gleicher Qualität vorhanden sind. So werden weite Transportwege und die damit verbundene Umweltbelastung verhindert. Die teils sehr aufwendige Verpackung wäre ein weiterer möglicher Ansatzpunkt. Die Freiheit, was getrunken wird, ob Flauder oder lieber ein Mineralwasser, sollte aber – in meinen Augen – jedem Menschen offen stehen.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 10.07.2008 - 09:42:00