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Das Gipfelstürmen geht weiter

Ostschweiz. Die Ostschweizer Wirtschaft ist hervorragend in das Jahr 2007 gestartet. Die erwartete Verlangsamung des Aufschwungs ist nicht eingetreten: Das Gipfelstürmen geht weiter.

Die Daten des neuesten Konjunkturtestes belegen es: Angetrieben durch das Ausland laufen die Geschäfte in der Industrie hervorragend und im Bau ist der übliche Winterschlaf ausgeblieben. Nur im Detailhandel konnte sich die hervorragende Stimmung noch nicht breitflächig durchsetzen. Die Aussichten auf die kommenden sechs Monate zeigen, dass die Ostschweizer Wirtschaft noch weiteres Potential hat.

Superstar Exporte
Der Aussenhandel der Ostschweiz ist im Dauerhoch. Nachdem die Exporte aus unserer Region im 2006 mit dem hohen Schweizer Durchschnittswachstum noch mithalten konnten, übertrumpften sie im ersten Quartal 2007 mit einem Wachstum von gut 17 Prozent den Durchschnittswert deutlich. Die Exporte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erreichten einen neuen Höchstwert. Besonders auffallend beim Leistungsausweis der Ostschweizer Exportwirtschaft ist erstens, dass sämtliche Branchen ihre Ausfuhren steigern konnten, wobei die Spannweite von der Papier- und grafi-schen Industrie mit +6 Prozent bis zu markanten +34 Prozent in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie reicht. Zweitens wuchsen die Lieferungen in die EU – unserem weitaus wichtigsten Handelspartner – mit rund 20 Prozent am deutlichsten.

«Fünfer und Weggli» – es geht doch
Die aktuelle Situation erinnert an die Quadratur des Kreises. Bewegen wir uns doch in einem Aufschwung mit sinkenden Arbeitslosenzahlen, aber dennoch tiefen Zinsen und stabilem Preisniveau. Trotz Rekordüberschüssen im Aussenhandel wird das Umfeld zudem mit einem tiefen Schweizerfranken garniert, der dem Exportgeschäft zusätzlich Schub verleiht. Die «Fünfer und Weggli»-Politik scheint also doch zu funktionieren – zumindest kurzfristig, längerfristig sind der Fünfer und das Weggli nicht gleichzeitig zu haben.

Viele Branchen sehr optimistisch
Die Industrie in der Ostschweiz läuft auf Hochtouren. Insbesondere die Metall-, Elektro-, Kunststoff-, Chemie-, Papier- und Druckindustrie sind vom Aufschwung erfasst worden. Gut aber weniger euphorisch ist die Stimmung in der Maschinenindustrie. Nur die Textilindustrie ist mit rückläufigen Auftragseingängen konfrontiert. Bezüglich der kommenden Konjunkturentwicklung zeigt sich die Industrie zum weiteren Aufschwung bereit – der Optimismus jedenfalls ist branchenmässig breit abgestützt und baut auf weiterhin florierende Auslandsbestellungen.

Kein Winterschlaf in der Baubranche
Die Bauwirtschaft durfte ein hervorragendes Jahr 2006 erleben. Gegen Ende des Jahres erwartete man gemächlichere Monate. Doch für einmal blieb der Winterschlaf aus. Die Umsätze in der Bauwirtschaft sind weiter gewachsen, sogar stärker als im Schweizerischen Durchschnitt. Von der gestiegenen Bautätigkeit profitieren das Bauhaupt- und das Ausbaugewerbe gleichermassen. Gemäss unseren Testteilnehmern bleibt der Konjunkturhimmel auch in den kommenden sechs Monaten praktisch wolkenlos. Zwei Drittel der grossen Baufirmen rechnen mit steigenden Auftragseingängen.

Trotzdem: Konsum hinkt nach
Während die Detailhandelsumsätze in der Schweiz ebenfalls ein ansehnliches Wachstum eingeschlagen haben, scheint die Ostschweiz noch nicht – zumindest nicht gleichermassen – von einer Konsumfreude erfasst worden zu sein. Auch wenn die Umsatzentwicklung im Detailhandel anderen Branchen hinterherhinkt, haben sich die Kundenfrequenz und die Ertragslage verbessert. Die nicht erfüllten Erwartungen trüben offensichtlich auch den Ausblick: Erstmals seit Beginn des Jahres 2006 erwarten mehr Detaillisten einen Rückgang als einen Anstieg des Umsatzes.

Anspannungen am Arbeitsmarkt
2006 ist die Beschäftigung in der Ostschweiz kräftig gewachsen. Die Arbeitslosenquoten lagen im März im Kanton St.Gallen bei 2.2 Prozent, im Thurgau bei 2.1 Prozent, in Ausserhoden bei 1.7 Prozent und in Innerrhoden bei 1.1 Prozent. Ein wachsender Anteil von Unternehmen meldet einen Mangel an Arbeitskräften.

Besonders betroffen davon sind der Maschinenbau und die Papier- und Druckindustrie. Gesucht wird vor allem Personal mit höherer Berufsausbildung und mit Hochschulabschluss. Rund ein Viertel aller Bau- und Industrieunternehmen rechnet in der kommenden Periode mit Neueinstellungen, während etwa 6 Prozent von einem Personalabbau ausgehen.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 04.05.2007 - 15:52:00