Cilander AG investiert über 700’000 Franken
Herisau. Die Cilander AG investiert über 700'000 Franken in einen modernen Tumbler und startet neue Verfahren.
Superweiche Griffe und edle, gewaschene Optiken mit hoher Permanenz sind nicht nur im hochwertigen Hemdensektor, sondern auch in vielen anderen Anwendungsbereichen immer stärker gefragt. Mit dem alten Tumbler konnten diese Anforderungen nur noch teilweise erfüllt werden, weshalb die AG Cilander eine neue, topmoderne Anlage installiert hat.
Neue Effekte: durch Strangverfahren und Nass-Tumbeln
Die vielseitig einsetzbare «Enairgy» der Firma Pentek aus Italien verbindet zwei grundlegende Verfahrenskonzepte: Zum einen ist es möglich, Gewebe im Strang- oder in Breitform kontinuierlich zu tumbeln. Zum anderen ergibt sich mit den vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten in Geschwindigkeit und Feuchtigkeit ein wesentlich breiter gefächertes Spektrum an kontrollierbaren Effekten. Vor allem durch das Nass-Tumbeln werden neue, sehr flauschige Effekte erzielt.
Aus dem selben Rohmaterial können jetzt also – durch Nass- oder Trocken-Tumbeln – zwei verschiedene Endprodukte angeboten werden: Trockengetumbelt eine glatte, elegante Qualität, nassgetumbelt eine flauschige, sportliche Qualität. «Mit der alten Maschine war es nicht möglich, nass zu tumbeln», erklärt Jörg Kathan, Leiter Appretur der AG Cilander. «Durch das Nass-Tumbeln im langsamen Verfahren entstehen wunderbar voluminöse Griffe. Eine erste Kollektion konnten wir unseren Kunden bereits vorlegen – sie haben äusserst positiv reagiert!» Dass die AG Cilander der erste und bisher einzige Textilveredler in der Schweiz ist, der diese neuen Effekte anbieten kann, ist sehr erfreulich.
Weniger Energieverbrauch: dank Wärmetauscher und kompletter Autonomie
Auch bezüglich Energieverbrauch setzt dieser Tumbler neue Massstäbe. Die warme Luft wird zu einem grossen Teil (rund 70 Prozent beim Trockentumbeln, rund 50 Prozent beim Nasstumbeln) wiederverwertet. So können die Energiekosten massgeblich reduziert werden. Die Maschine ist gasbeheizt, spricht somit sehr schnell an, ist sehr genau und konstant. Sie ist komplett autonom – es sind also keine weiteren Maschinen an das selbe Energie-Netz gekoppelt – wodurch der Energieverbrauch zusätzlich optimiert wird.
Kürzere Prozesse: mit integriertem Egalisierrahmen
Eine weitere, grundlegende Neuerung ist der anschliessende Egalisierrahmen mit eingebauter Dämpf- und Trocknungsvorrichtung, auf dem die Ware im selben Arbeitsgang gerade gerichtet, aufgedämpft und sowohl abgelegt als auch aufgerollt werden kann. Die Ware muss also nicht mehr, in einem weiteren, zeitaufwändigen Schritt, auf einen Spannrahmen gelegt, sondern kann direkt und automatisch aufgespannt werden, was den Prozess zusätzlich optimiert.
Komplett durchdacht: eine in sich abgerundete und gelungene Maschine
Jörg Kathan vergleicht die Maschine mit einem Autokauf: «Es ist, als wenn Sie ein neues Auto kaufen, bei dem bereits serienmässig alle Extras inbegriffen sind!» Als ob er die Maschine an den Mann bringen möchte, also hell begeistert, erzählt Kathan von der «Enairgy». Selten sei er so überzeugt gewesen von einer Maschine, sie sei bedienerfreundlich und praxisbezogen wie keine zweite Maschine, Reinigung und Wartung seien sehr einfach und damit die Rüstzeit um ein Vielfaches kürzer.
«Die Rüstzeit bei der alten Maschine betrug gut zwei Stunden. Dank der automatischen Flusen-Absaug-Vorrichtung ist diese jetzt auf etwa eine Viertelstunde gesunken, was natürlich eine weitere Prozess-Optimierung darstellt», führt Kathan aus und ergänzt: «Übrigens, das Innenleben des Tumblers ist aus Edelstahl und somit rostfrei, was hinsichtlich Qualität sehr wichtig ist.»
Pro Kombimaschine: die Frage der Risikobereitschaft
In der Evaluierungsphase sei nicht die Frage gewesen, welcher Lieferant die optimale Maschine für die AG Cilander anbiete, sondern, ob man das Risiko eingehen wolle und sich für eine «Kombimaschine (Strang- und Breitform)» wie es die «Enairgy» ist, entscheidet.
«Meist ist es doch so, dass Kombigeräte zwar nicht schlecht sind, in der jeweiligen Funktion aber von Einzelgeräten abfallen. Das Entwicklungs- und Ingenieurenteam von Pentek hat uns jedoch vom Gegenteil überzeugt», so Kathan. Die «Enairgy» ist – wie es scheint – in Bezug auf Kombigeräte die Ausnahme, die die Regel bestätigt und da die Firma Pantek, zum Zeitpunkt des Entscheides der AG Cilander, weltweit der einzige Anbieter von Kombitumblern war, stand auch der Lieferant fest. «Dass dann die Zusammenarbeit und auch die Inbetriebnahme der neuen Maschine ebenfalls hervorragend lief, ist für mich das Sahnehäubchen», schliesst Jörg Kathan, nicht zu überhören sehr zufrieden mit dem ganzen Projekt «neuer Tumbler».
Die gesamte Investition der AG Cilander im Rahmen des «neuen Tumblers» beläuft sich auf über 700’000 Franken. Die durch Ablaufoptimierung und geringere Rüstzeiten hervorgebrachte Mehrleistung beträgt rund 20 bis 25 Prozent.



























