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Chaoten werfen Brandsätze gegen Polizei

Zürich. Nach einer ersten Runde einer unbewilligten Nachdemo ohne bedeutende Sachschäden verursachten Krawallmacher aus der linksautonomen Szene und Chaoten im Zürcher Stadtkreis 4 massive Sachschäden.

Kurz nach 14 Uhr am Dienstag, 1. Mai 2007 verliessen rund 400 Personen das Kanzleiareal und formierten sich zu einem Demozug. Dieser bewegte sich während der nächsten Stunde in einem grossen Bogen durch den Kreis 4 und näherte sich dann wiederum dem Kanzleiareal. Bereits in dieser Phase waren an den Seiten und am Schluss des unbewilligten Demozuges zahlreiche Schaulustige auszumachen. Sachbeschädigungen kamen nur vereinzelt vor, grösstenteils verlief dieser Teil der Nachdemo problemlos. Die Kräfte von Stadt- und Kantonspolizei Zürich hielten sich im Hintergrund. Sie grenzten das Gebiet, durch welches sich die Nachdemo bewegte, ein und verhinderten durch ihre Präsenz, dass die Demonstrierenden sich in die City oder ins Festareal auf dem Kasernenareal begaben.

Meute von 600 Leuten
Kurz vor 15.30 Uhr verliess erneut eine grössere Gruppe von offensichtlich gewaltbereiten Personen das Kanzleiareal. Durch Sympathisanten und Schaulustige schwoll der Zug rasch wieder auf eine Grösse von 500 bis 600 Personen an. Man bewegte sich durch verschiedene Seitenstrassen in Richtung Stauffacher und Kalkbreite, wobei es zu massiven Sachbeschädigungen kam. Mit grosser Zerstörungswut wurden an diversen Gebäuden Scheiben eingeschlagen und bei einer Autogarage an der Badenerstrasse ein Fahrzeug angezündet.

Gummischrot und Wasserwerfer
Die Polizei setzte Gummischrot, Wasserwerfer und Reizstoff gegen die Chaoten ein. Die auffallend grosse Zahl der Schaulustigen ermöglichte vielen Krawallmachern in der Menge unterzutauchen und erschwerte die polizeiliche Intervention. Trotzdem gelang es den Kräften von Stadt- und Kantonspolizei Zürich eine grosse Anzahl von Chaoten, welche sich wieder ins Kanzleiareal zurückgezogen hatten, um ca. 16.15 Uhr dort einzukreisen und festzunehmen.

Chaoten griffen mit Brandsätze an
In der Folge verlagerten sich die Auseinandersetzungen ins Gebiet rund um den Helvetiaplatz, wo die Musikdarbietungen im Rahmen des offiziellen 1. Mai-Anlasses bereits wie vorgesehen um 16 Uhr zu Ende gegangen waren. Während längerer Zeit wurde die Polizei aus den Seitengassen rund um den Platz immer wieder mit Wurfgegenständen und auch Brandsätzen angegriffen, sodass immer wieder Gummischrot und Reizstoff eingesetzt werden mussten, um die Krawallmacher zurückzudrängen. Mit gemeinsamen Aktionen von zivilen und uniformierten Einsatzelementen gelang es der Polizei aber auch hier, zahlreiche Gewalttätige festzunehmen. Nach 18 Uhr beruhigte sich die Situation im Kreis 4 langsam. Danach patroullierten Kantons- und Stadtpolizei nach wie vor in der ganzen Stadt, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.

Bis 19 Uhr nahmen Stadt- und Kantonspolizei Zürich im Rahmen der Ausschreitungen an der unbewilligten Nachdemonstration 91 Personen fest. Ihnen werden Tatbestände wie Sachbeschädigung, Landfriedensbruch oder Gewalt und Drohung gegen Beamte vorgeworfen. Drei Polizeimitarbeitende zogen sich im Einsatz leichte Verletzungen zu. Durch Schutz & Rettung Zürich mussten insgesamt 11 Personen in Spitalpflege verbracht werden, welche im Rahmen der 1. Mai-Anlässe verletzt wurden; darin eingerechnet sind auch die 6 Verletzten aus der Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen aus Sri Lanka am frühen Nachmittag. Das Ausmass der entstandenen Sachschäden kann zur Zeit noch nicht genau abgeschätzt und beziffert werden.

ZürichZürich / 01.05.2007 - 23:22:00