CAS-Lehrgang startet im September

St.Gallen. Dieses Jahr startet der neugeschaffene CAS-Lehrgang «Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext». Auch der Kanton St.Gallen ist an diesem Projekt beteiligt.

Im September startet der neugeschaffene CAS-Lehrgang (Certificate of Advanced Studies) «Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext» an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kantons St.Gallen mit den römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Landeskirchen, dem Dachverband Islamischer Gemeinden Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein (DIGO) sowie dem Runden Tisch der Religionen.

Die Initiierenden sind überzeugt: Ohne Dialog unter den Religionen gibt es keine Integration. Darauf hat die schon 2005 von den oben aufgeführten Institutionen unterzeichnete St.Galler Erklärung für das friedliche Zusammenleben der Religionen und dem interreligiösen Dialog hingewiesen. Der Kurs richtet sich an religiöse Betreuungspersonen aller Glaubensgemeinschaften und -bekenntnisse in der Schweiz und antwortet auf den schweizweit festgestellten Bedarf nach einer Ausbildung im interreligiösen Bereich.

Religiöse Betreuungspersonen unterstützen
Der CAS-Lehrgang «Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext» befähigt die Teilnehmenden, die religiöse und kulturelle Diversität der Schweizer Gesellschaft als Chance des Zusammenlebens in ihrer Gemeinde zu verstehen und zu nutzen. Denn: Integration ist kein Zufall. Ziel der Ausbildung ist, einen Einblick in zentrale Glaubensinhalte, -fragen und deren Unterschiede zu geben. Mit dem Zertifikat wird die Befähigung bescheinigt, Aufgaben als interkulturell qualifizierter Glaubensbeistand in der heutigen, durch eine grosse religiöse Vielfalt geprägte, Schweizer Gesellschaft zu übernehmen.

Inhalte der Ausbildung sind eine Einführung in die historisch zentralen und heute wichtigen religiösen Bekenntnisse der Schweiz wie Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus oder Freikirchen. Zudem geht es um die Entstehung der religiösen Landschaft in der Schweiz und ihre heutige Ausgestaltung. Weitere Kurselemente stellen die interkulturelle Kommunikation und die religiöse Begleitung von Gläubigen in schwierigen Situationen wie beispielsweise im Spital oder im Gefängnis dar.

Ein Augenmerk wird auch auf den interreligiösen Dialog gelegt. Im Kanton St.Gallen ist dazu mit der St.Galler Erklärung für das friedliche Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog eine gut verankerte Basis geschaffen worden. Alle beteiligten Institutionen (Kanton, Landeskirchen, DIGO und Runder Tisch) verpflichten sich in dem Dokument zum Dialog unter den Religionen, dem Eintreten für die Menschrechte aller und zur Ablehnung von Fundamentalismus.

Der Kurs verbindet die Wissensvermittlung mit handlungsorientierten Ansätzen, um Konfliktpoential im interkulturellen Kontext früh zu erkennen und zu bearbeiten. Mentorings zu Kommunikationsproblemen aus der Praxis der Teilnehmenden sind ein weiteres wichtiges Elemente der Ausbildung.

Als zentraler Leistungsnachweis wird ein interreligiöses bzw. interkulturelles Projekt in der jeweiligen Gemeinde, in der die Teilnehmenden tätig sind, entwickelt, durchgeführt, schriftlich dokumentiert und in einer Ausstellung in St.Gallen und Winterthur vorgestellt.

Kurs startet im September 2009

Der CAS-Lehrgang «Religiöse Begleitung im interkulturellen Kontext» steht Teilnehmern und Teilnehmerinnen der gesamten Schweiz offen und eignet sich auch für Lehrpersonen, die sich mit Fragen des Glaubens in der heutigen Schweiz auseinandersetzen sowie für Pfarreiräte und in Kulturvereinen tätige Personen. Die erste Durchführung startet im Herbstsemester (Mitte September).

Teilnehmende aus dem Kanton St.Gallen und aus Organisationen, die der Spurgruppe religiöse Identität des Kompetenzzentrums Integration, Gleichstellung und Projekte des Kantons St.Gallen angehören, zahlen einen ermässigten Betrag von 1500 Franken, andere Teilnehmende einen Betrag von 2500 Franken.

Die Ausbildung wird finanziell unterstützt und begleitet durch das Kompetenzzentrum Integration, Gleichstellung und Projekte des Kantons St.Gallen und den Integrationskredit des Bundes (BFM). Durchgeführt wird der Lehrgang vom Zentrum Interkulturelle Kompetenz des Instituts für Sprache in Beruf und Bildung, Departement Angewandte Linguistik der ZHAW.

Anmeldeschluss ist der 15. August (für Beginn Mitte September).

St.Gallen / 29.04.2009 - 11:16:02
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