Bundesrat Merz ins Inselspital verlegt
Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Er wurde inzwischen ins Berner Inselspital verlegt, wo er operiert werden soll.
Seine Familie hatte ihn zunächst nach St. Gallen ins Spital gebracht. Dort wurde er gepflegt. Seine Ärzte haben entschieden, ihn bis auf Weiteres ins künstliche Koma zu versetzen. Merz befindet sich in einem kritisch-stabilen Zustand, wie die Bundeskanzlei mitteilte. Am Sonntagnachmittag zeichnete sich die Notwendigkeit einer Verlegung in das Berner Inselspital ab, wo er operiert werden soll. Die Einsatzzentrale der Rega bot für diesen Verlegungsflug die Basler Rega-Crew auf. In stabilem Zustand konnte der prominente Patient schliesslich dem Team des Berner Inselspitals übergeben werden.
Keine Anzeichen gegeben
Bundesratssprecher Oswald Sigg konnte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA keine genaueren Angaben zu den Ursachen und Umständen von Merz› Unwohlsein machen. Gemäss Sigg habe es keinerlei Anzeichen dafür gegeben.
Sondersitzung angekündigt
Bundespräsident Pascal Couchepin sagte wegen des gesundheitlichen Zustands seines Vizepräsidenten eine Reise an die UNO-Generalversammlung in New York ab. Der Bundesrat wird sich laut Mitteilung am Montag zu einer Sondersitzung treffen.
Widmer-Schlumpf als Stellvertreterin?
Der FDP-Bundesrat hätte in der laufenden Session am Dienstag im Ständerat und am Mittwoch im Nationalrat Geschäfte vertreten müssen. Ob seine Stellvertreterin Eveline Widmer-Schlumpf seine Aufgabe übernimmt, steht noch nicht fest.
Rücktritt angekündigt
Merz war im Dezember 2003 als Nachfolger von Kaspar Villiger in den Bundesrat gewählt worden. Er wird am 10. November 66 Jahre alt. In der aktuellen Ausgabe der Zeitung «Sonntag» spricht Merz davon, dass er Ende der Legislatur zurücktreten will.
Deiss mit Diskushernie
Finanzminister Hans-Rudolf Merz ist nicht der erste amtierende Bundesrat, der wegen gesundheitlichen Problemen für einige Zeit ausfällt. Der letzte war der Freiburger CVP-Bundesrat Joseph Deiss, der im Juli 2006 eine Diskushernie behandeln musste.
Delamuraz schwer krank
Grössere gesundheitliche Probleme hatte Jean-Pascal Delamuraz, der im November 1998, nur sechs Monate nach seinem Austritt aus dem Bundesrat, an Krebs starb.
Herz-Kreislauf-Kollaps bei einer Sitzung
Auch der ehemalige Finanzminister Otto Stich, der die Landesregierung im Oktober 1995 verliess, kämpfte als amtierender Bundesrat mit gesundheitlichen Problemen. Er musste sich 1994 einen Herzschrittmacher einsetzen lassen, nachdem er bei einer Sitzung einen Herz-Kreislauf-Kollaps erlitten hatte. (sda)



























