
Bühlerinnen schnupperten an der Cup-Sensation
Damenfussball. Schweizer Cup (Frauen) 2009/2010, 1. Hauptrunde: FC Aarau – FC Bühler Grp. 3-2 nach Verlängerung (1-0; 1-1; 3-1)
Eigentlich war man im Bühler gerüstet für den Cupfight des Frauenteams gegen Aarau. Die starken Schneefälle machten diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung, und das Team von Trainer Philipp Riedener musste kurzfristig in Aarau antreten. Da man sich gegen die starken Erstligistinnen aus dem Aargau vor allem vom Heimvorteil einiges erhoffte, war diese Spielverlegung ein grosser Dämpfer für das Team. So reiste man am Sonntagmorgen wenig euphorisch in den Aargau.
Und auch der Spielbeginn liess nichts Gutes erahnen: Die Aarauerinnen drückten sofort aufs Tempo und schnürten die Gäste aus dem Appenzellerland von der ersten Sekunde in der eigenen Platzhälfte ein. Die logische Konsequenz aus diesem Startfurioso des Heimteams war der Führungstreffer bereits nach acht Spielminuten. Bereits eine Minute später dann aber die erste Chance für Bühler: Carmen Schönenberger kam im Strafraum an den Ball, verzog aber aus knapp 11 Meter. Die Frauen des FC Aarau liessen sich dadurch nicht beirren und beherrschten weiter das Spielgeschehen. Jedoch taten sie sich gegen die taktisch diszipliniert spielende Truppe aus der Ostschweiz schwerer als gedacht. Geschickt machten die Bühlerinnen die Räume eng und liessen den Gegnerinnen keine Zeit, den Ball zu kontrollieren. Auch wurde kein Zweikampf gescheut, und so war zumindest im kämpferischen Bereich kein Klassenunterschied festzustellen.
Nur gelegentlich schafften es die Mittelländerinnen, mittels Konterangriffen gefährlich vor das Aarau Tor zu gelangen. Aber man hatte bei diesen Vorstössen das Gefühl, dass die Hintermannschaft des 1. Liga Teams nicht unüberwindbar ist.
Vor allem in der Defensive gefordert
Das Bild änderte in der zweiten Halbzeit kaum. Die Aargauerinnen waren noch überlegener als im ersten Durchgang, den Gästen gelang in der Offensive nur wenig. So verwunderte es nicht, dass der Druck auf die Bühlerer Defensive praktisch die gesamten 45 Minuten sehr hoch war. Aber auch im zweiten Durchgang verhielten sich die Mittelländerinnen äusserst geschickt und liessen nur wenig gute Torchancen zu. Und wenn die Aarauerinnen doch einmal durchbrechen konnten, fanden sie in der glänzend aufgelegten Torfrau von Bühler, Rebecca Johnson, ihren Meister.
Ausgleich durch Selina Ramelli
Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen, die Zuschauer warteten auf den Schlusspfiff, und am Seitenrand standen bereits die nächsten Teams für ihr Spiel bereit, als die Bühlerinnen nochmals entschlossen einen Konterangriff starteten. Selina Ruckstuhl wurde in die Gasse geschickt, ihre Flanke fand irgendwie den Weg zu Selina Ramelli, welche den Ball in den Maschen versenkte. Die B-Juniorin, welche an diesem Sonntag zu ihrem ersten Einsatz im Fanionteam des FC Bühler kam, traf eiskalt zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Noch in der regulären Spielzeit bot sich den Bühlerinnen gar die Chance auf den Sieg: ein Freistoss aus vielversprechender Position. Der von Aline Riesen gut getretene Ball konnte von der Aarauer Torfrau, wenn auch mit einiger Mühe, geklärt werden. Wenig später pfiff der Schiedsrichter die Partie ab, und eine Verlängerung wurde nötig.
In der Verlängerung fehlte die Kraft
Auch in der Verlängerung war das Heimteam die spielbestimmende Mannschaft. Angestachelt durch den aus ihrer Sicht unnötigen Ausgleich, lancierten sie Angriff um Angriff auf das Bühlerer Tor. Und als eine Spielerin in der 99. Spielminute von der Strafraumgrenze aus zum Abschluss kam, wurden sie mit dem 2-1 für ihren Aufwand belohnt. Den Appenzellerinnen fehlte nun etwas die Kraft, aber aufgeben gab es nicht. Sehr unglücklich fiel der dritte Treffer für Aarau: Martina Schumann wurde von einem Ball im Gesicht getroffen und blieb am Boden liegen. Ob dieser Tatsache verloren die Mittelländerinnen kurz die Ordnung und kassierten das vorentscheidende 3-1. Dass die Gäste auch in der zweiten Halbzeit nochmals den Anschlusstreffer erzielen wollten, merkte man, allein die Kraft schien nun zu fehlen. Und dass man keinen weiteren Treffer hinnehmen musste, hatte man Rebecca Johnson zu verdanken, welche auch beste Aarauer Chancen zunichte machte. Mit dem Mut der Verzweiflung griffen die Bühlerinnen nochmals an und kamen etwas überraschend doch noch einmal zum Anschlusstreffer: Alexandra Bötschi fasste sich ein Herz und traf mit ihrem schwächeren rechten Fuss unhaltbar unter die Latte. Es keimte Hoffnung in den Bühlerer Reihen, und das Heimteam bekam nochmals etwas Nervenflattern. Tatsächlich bot sich den Gästen die Chance zum Ausgleich – wieder war es die junge Selina Ramelli, welche im Strafraum an den Ball kam, sich aber leider nicht mehr durchsetzen konnte.
Danach war Schluss, und die Bühlerinnen mussten das Spiel als Verliererinnen verlassen. Doch die Enttäuschung wich schnell der Zufriedenheit, dass man an diesem Sonntag dem Aufstiegsanwärter in die Nationalliga B alles abverlangt hatte. Nach dem Aus im Cup haben die Spielerinnen von Trainer Riedener noch drei schwere Vorrundenspiele in der Meisterschaft vor sich. Das erste findet nächsten Sonntag um 16.00 Uhr auf dem Sportplatz Untersand in Ebnat-Kappel statt. (Ri.)
Telegramm:
1-0 FC Aarau (8.), 1-1 Selina Ramelli (87.), 2-1 FC Aarau (99.), 3-1 FC Aarau (105.) 3-2 Alexandra Bötschi (118.)
FC Bühler:
Rebecca Johnson; Naomi Leuthold, Aline Riesen, Karin Inauen, Marisa Hanselmann (70. Nadine Güntensperger); Alexandra Bötschi, Andrea Inauen, Caroline Scheiwiller, Selina Ruckstuhl; Martina Schumann, Carmen Schönenberger (ab. 65. Selina Ramelli)