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Buchpremiere «Gesichterlesen»

Walzenhausen/AR. Ludwig Hasler stellte das Buch «Gesichterlesen» vor.

Christoph Pflüger, Lynn Blattmann und Othmar Ulmi kreierten „Gesichterlesen“. Ludwig Hasler machte sich zur Buchpremiere im Restaurant Kastanienhof, St. Gallen, Gedanken zu Gesichter und Begegnungen.
Er sprach von einer scheinbar beiläufigen Begegnung mit zwei Pendlern in der Strassenbahn. Doch diese Zwei wirkten eindeutig, unverbogen, unkompliziert. Zwei Menschen ohne taktisches Geplänkel.  Alles war voll rund, gerade heraus; Neugier, Frust, Ärger und Freude. Ludwig Hasler sah hier nicht Alltagsmenschen, sondern zwei Menschen mit einer geistigen Behinderung, mit Down Syndrom, die zur Arbeit fuhren.  Da die zerknitterten Pendler, gestresst und erschreckt von der Arbeit, die noch nicht einmal begonnen hatte, dort die fast glücklich wirkenden Zwei, ganz Auge, ganz Ohr. Im Augenblick lebend. Sie verführten zum Leben!

Verführen zum Leben
Von der Verführung zum Leben gelangte Ludwig Hasler über die Schöpfung zur Spitzenmedizin und damit dem Schluss mit dem imperfekten Menschen?  Er stellte jedoch einen Satz weiter fest, dass Bänker, vermeintlich perfekt, dafür aber wohl vollidiotisch gewesen seien. Dann kehrte er wieder zurück zu diesen zwei ganz speziellen Pendlern, die ihn zum Leben verführten, ihn aber auch verstörten, weil sie so ganz ohne Erwartungstheater blickten, beobachteten. Ihre Blicke erwarteten nichts, wollten nichts, schätzen nicht ein oder ab, wie dies bei Alltagsmenschen so üblich wäre. Das verstörte. Das irritierte. Gerade weil diese zwei Menschen waren, was sie waren. Ungeschminkt, ohne Maske, ohne Theater (Das ganze Referat wird in den kommenden Tagen auf www.stiftung-waldheim.ch aufgeschaltet).

Grosses Gemeinschaftswerk
Stiftungsrat Hans-Rudolf Früh sprach im Anschluss an das brilliante Referat von einer geballten Ladung des Nachdenkens. Dorji Tsering, Geschäftsleiter der Stiftung Waldheim dankte den vielen Beteiligten am Fotoband, siehe Kästchen, und schilderte dessen Entstehungsweg. Im Jahre 2006 drehte Christoph Flüger einen Film über die Stiftung Waldheim. Danach entstanden einzigartige, sensible Porträtaufnahmen zum 65-jährigen Bestehen der Stiftung Waldheim, woraus die Idee eines Buches geboren wurde.  Christoph Pflüger kam durch seine jahrelange Arbeit nahe an die Männer und Frauen der Stiftung heran. Zusammen mit den Texten von Historikerin Lynn Blattmann und Othmar Ulmi von Dachcom.ch AG entstand bei der Benteli Verlags AG, Bern, der beeindruckende Fotoband „Gesichterlesen“. Darin schildert Lynn Blattmann ihre Annäherung an die Porträts. Zu Wort kommen aber auch Menschen mit einer Behinderung, Betreuende, Angehörige, Künstler, Politiker und Würdenträger. Ein spannender Fotoband, der neugierig macht  und zum Leben verführt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 04.12.2009 - 11:06:10