Brutaler Dreifachmord – vier Tatverdächtige in Haft
Grenchen/SO. 14 Tage nach Auffinden der drei Leichen wurden am vergangenen Freitag, 19. Juni 2009, im Laufe des Tages fünf mit der Tat mutmasslich im Zusammenhang stehende Personen festgenommen.
Die seit der Entdeckung der Leichen aufwändig geführten Ermittlungsarbeiten haben die SOKO ATTIKA auf die Spur der nun festgenommenen Personen geführt. Dies führte die Kantonspolizei Solothurn am Dienstag an einer Medienkonferenz aus.
Die Anhaltungen und Hausdurchsuchungen erfolgten in einer durch die Kantonspolizei Solothurn koordinierten Aktion in den Kantonen Aargau und Luzern. Sie erfolgte unter der unkomplizierten Mithilfe der Kantonspolizeien Aargau, Luzern, Zürich und der Bundeskriminalpolizei sowie in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Solothurn. Gesamthaft waren über 100 Polizeiangehörige im Einsatz.
Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um zwei Schweizerinnen 62- und 48-jährig sowie zwei Schweizer (32- und 24-jährig), alle wohnhaft im Kanton Aargau und einen 36-jährigen deutschen Staatsangehörigen, wohnhaft im Kanton Luzern. Eine Person wurde in der Zwischenzeit bereits wieder entlassen, weil davon ausgegangen werden kann, dass diese Person mit der Tötung der Familie Dubey nicht im Zusammenhang steht.
Die festgenommenen Personen sind der Polizei bis auf den deutschen Staatsangehörigen bis anhin nicht bekannt. Er ist wegen Körperverletzung polizeilich registriert.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren die festgenommenen Personen der Familie Dubey zumindest teilweise persönlich bekannt. Wie intensiv diese Bekanntschaft gewesen ist und über welche Aktivitäten diese Bekanntschaften erfolgt sind, ist zurzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Nach den erfolgten Anhaltungen wurden an den Wohnorten der Tatverdächtigen Hausdurchsuchungen durchgeführt und diverse Gegenstände sichergestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch ein grüner Kombi mit AG-Kontrollschildern beschlagnahmt, welcher zurzeit spurentechnisch untersucht wird. In Folge der Veröffentlichung der Fahndung nach einem solchen grünen Fahrzeug sind zahlreiche Hinweise eingegangen. Keiner dieser Hinweise brachte aber den entscheidenden Durchbruch. An den diversen Hausdurchsuchungen, die vorerst letzte fand gestern Nachmittag statt, wurden mehrere Waffen sichergestellt, wobei mindestens eine mit dem bei der Tat verwendeten Kaliber 9 Millimeter übereinstimmt. Gemäss ersten Erkenntnissen ist darunter auch die Tatwaffe. Die spurenkundliche Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich ist noch im Gange.
Die festgenommenen Personen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits befragt. Anlässlich einer Befragung legte einer der mutmasslichen Täter aufgrund vorgelegter Ermittlungsergebnisse ein Teilgeständnis ab, anlässlich dessen er seine Beteiligung an der Tat gestanden hat. Die Polizei erachtet diese Aussagen als glaubhaft, weil sie mit den bisherigen Erkenntnissen gut übereinstimmen.
Die Untersuchungsbehörden gehen inzwischen davon aus, dass die Tat nicht durch eine Einzelperson verübt wurde. Das Motiv für die Tat, der genaue Tathergang und die Rollenverteilung bei diesem Gewaltverbrechen sind zurzeit aber noch unklar und bilden Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Wir gehen davon aus, dass es sich bei einem Teil der Personen, welche nun in Haft sind, um den angekündigten Besuch um ca. 19 Uhr bei Dubeys handelte.
Die weiteren Detailbefragungen und die Spurenauswertung sowie eine mögliche Tatrekonstruktion werden darüber voraussichtlich Klarheit schaffen. Die am Tatort gesicherten Spuren wurden in den vergangenen Tagen teilweise ausgewertet und können zwischenzeitlich einem Teil der nun festgenommenen Personen zugeordnet werden.
Die Kantonspolizei Solothurn hat in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft mit allen möglichen Kräften an der Klärung dieses Deliktes gearbeitet. Trotz der Ergreifung der mutmasslichen Täterschaft geht die Ermittlungsarbeit nun weiter. Zahlreiche Fragen sind nach wie vor ungeklärt und die vielen eingegangenen Hinweise zum Umfeld der Familie Dubey und den Schenkkreisen müssen in den nächsten Wochen und Monaten bearbeitet werden.
Es stehen nun zahlreiche Detailbefragungen der verhafteten Personen, weitere Spurenauswertungen und Befragungen im Umfeld der Familie Dubey und der mutmasslichen Täter an. Dies erfordert nach wie vor einen grossen Kräfteeinsatz. Aus diesem Grund bleibt die SOKO ATTIKA, welche in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft die weiteren Ermittlungen führen wird, bis auf weiteres bestehen.



























