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Breites Angebot für Jugendliche

Herisau. Herisau bietet mit seinen Vereinen und Infrastrukturen viel für Jugendliche. Diese vermissen aber genügend Freiräume und offenen Begegnungsplätze im Zentrum und in der Natur.

Das Jugend-Kafi bot einen gemütlichen Rahmen für die dritte und letzte Veranstaltung zum Themenkreis «Leben in Herisau» der SP Herisau. Vertreter des Jugend-Kafis und von verschieden Sport- und Jugendvereinen wie Cevi, Blauring/Jungwacht, FC und SCH stellten ihre Angebote vor und boten damit die Grundlage für eine breite Diskussion zwischen Jung und Alt über die Bedürfnisse der Jugendlichen in Herisau.

Vereine bieten viel
Rund 1400 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren leben in Herisau. Davon engagieren sich viele in Vereinen, andere nutzen offene Angebote oder organisieren sich selbständig. Allein in Herisau sprechen 37 Vereine die Jugendlichen an und bieten damit eine vielseitige Palette von Beschäftigungsmöglichkeiten.

Diese wird von den Jugendlichen auch rege genutzt. Viele nutzen auch mehrere Angebote gleichzeitig und engagieren sich in verschiedenen Institutionen und Vereinen. Dies fordert von den Leiterinnen und Trainern Rücksichtnahme bezüglich Anforderungen, gleichzeitig kommen kostspieligere Hobbys unter Druck, wie Roger Nater vom SCH aus dem Alltag schildert. Trotzdem finden die Vereine genügend Nachwuchs. Vereine wie Cevi, Blauring und Jungwacht sprechen allgemeine Bedürfnisse an, während Musik- und Sportvereine mit spezifischen Angeboten die Talente fördern.

Ziel all dieser Vereine ist neben der Förderung des Nachwuchses auch, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Freude und Gemeinschaftliches Erleben zu bieten. Im geselligen Umgang und fairen Wettkampf können die Jugendlichen auch ihr Sozialverhalten schulen. Damit dies gelingt, brauchen die Vereine ausreichend Infrastrukturen und Führungskräfte, um ihr breites Angebot aufrecht zu erhalten.

Sportvereine bieten aber auch Platz zum Stressabbau. Der Druck auf die Jugendlichen ist gross in der Schule wie auch bei der Lehrstellensuche und im Berufsalltag. Darauf wollen die Vereine auch reagieren, wie Daniele Lenzo am Beispiel des Jugendleitbildes des FC Herisau erläuterte. Neben dem Kampfgeist sollen die Spielerinnen und Spieler Respekt und Toleranz innerhalb der Mannschaft lernen sowie auch gegenüber Gegnern und Schiedsrichtern. Eine Aufgabe, woran Trainer und Mannschaft laufend arbeiten. Leider verhalten sich viele Erwachsene und Sportstars in dieser Beziehung nicht als Vorbilder.

Freies Angebot
Einen ganz anderen Rahmen bietet das Jugend-Kafi. In seinen grosszügigen Räumen bietet es Jugendlichen ab der Oberstufe einen Treffpunkt und warmen Unterschlupf ohne Konsumzwang. Angesprochen werden dabei Jugendliche, die die Verbindlichkeit eines Vereins nicht wünschen. Billiardtisch und Töggelikasten laden zum Wettkampf und sind seit Jahren beliebte Anziehungspunkte.

Zusammen mit den Jugendlichen organisieren die zwei Betreuerinnen neben der monatlichen Disco auch Spielabende, Filmvorführungen, gemeinsames Essen und Verschiedenes mehr. Dieses Angebot wird von wechselnden Gruppen von Jugendlichen genutzt. Dabei kämpft das Jugend-Kafi mit Abgrenzungen unter den verschiedenen Gruppierungen und gegen langlebige Vorurteile gegenüber dem Jugendhaus. Jugend-Kafi und andere Jugendtreffs haben wichtige Funktionen. Sie sind alle auf Unterstützung von engagierten Personen angewiesen.

Verlockend für die Herisauer Jugend ist auch das Freizeitangebot von St.Gallen. In diesem Zusammenhang steht der Wunsch nach weiteren Nachtverbindungen des öffentlichen Verkehrs. Im Gegensatz zu den Gründerzeiten des Jugendhauses scheint heute weniger Interesse an politischer Selbstbestimmung. Die Jugendlichen wünschen aber mehr freie Begegnungsorte sowohl im Zentrum wie auch im Umfeld von Herisau. Für ein vernehmliches Nebeneinander der verschiedenen Bedürfnisse wird dabei von den Jugendlichen und den Erwachsen sowohl Toleranz wie auch Zivilcourage gefordert, wie verschiedentlich an diesem Abend bemerkt wurde.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 10.07.2007 - 09:00:00