«Brauchen Freiraum für den Erfolg»
Herisau. Den Brand im Sportzemtrum als Chance nutzen - dafür spricht sich Torsten Petersen, Präsident der Sportzentrum-Kommission, im Interview aus.
Herr Petersen, wie präsentiert sich die Situation inzwischen, einige Wochen nach dem Brandfall, im betroffenen Bereich und im Rest der Anlage?
Die Kantonspolizeien Ausserrhoden und St.Gallen sind noch an der technischen Untersuchung zur Ermittlung der Ursache des Brandes, werden aber wohl in der kommenden Woche die Untersuchung abschliessen können. Es riecht noch etwas nach Rauch, besonders weil die Brandstelle wegen der Untersuchung noch nicht ausgeräumt werden konnte. Die Sporthalle ist seit kurzem wieder geöffnet, Schwimmbad, Kraft- und Gymnastikraum, Eishalle, Aussenanlagen, Restaurant und Seminarräume laufen sowieso schon wieder reibungslos.
Lässt sich bereits abschätzen, welchen wirtschaftlichen Schaden das Ereignis hatte, abgesehen vom Brandschaden? Sind die Einnahmenausfälle hoch ausgefallen?
Abschliessend noch nicht, ich spreche einmal von etwa 1 Million Franken. Das hängt beispielsweise damit zusammen, ob wir die Damensauna auch komplett neu bauen müssen. Wobei sich die Versicherungen bisher sehr kooperativ und flexibel verhalten. Auch die Planungsgespräche laufen gut. Die Ausschreibungen sind vorgenommen worden und sollten in diesen Tagen bereits von den interessierten Unternehmern beantwortet werden. Wir sind gut versichert, auch gegen den Verdienstausfall. Nicht der wirtschaftliche Schaden ist das Problem, sondern das Image, aber wir nutzen diesen Vorfall auch als Chance, noch besser zu werden. Wir werden versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.
Zufällig im gleichen Zeitraum war der Abgang des Zentrumsleiters zu verzeichnen. Die Kommission hat sich inzwischen bereits in dieser Sache getroffen. Wie sieht der Zwischenstand bezüglich Neubesetzung dieser Aufgabe aus?
Wir werden so schnell wie möglich eine Stellenanzeige schalten, um auch dadurch die Vakanz bestmöglich zu besetzen. Auch intern und extern sind bereits persönliche Gespräche gelaufen. Es gibt schon einige Interessenten für diese anspruchsvolle Position. Die Sportzentrum-Kommission möchte dem Träger aber ein in sich stimmiges Personalkonzept unterbreiten, so dass es nicht nur um die Stelle des Geschäftsleiters gehen wird.
Welche Kriterien sind für Sie zentral bei der Neubesetzung, was muss der neue Mann oder die neue Frau in erster Linie können?
Verbundenheit zum Sport, Begeisterungs- und Kommunikationsfähigkeit. Kontakte zu Institutionen des Sports und Freude an Akquisition und Marketing.
Sie kommen aus der Wirtschaft, sind Unternehmer, das Sportzentrum ist ein Betrieb der öffentlichen Hand. Spüren Sie bei der Arbeit für das Sportzentrum diesbezüglich Unterschiede zu Ihrer beruflichen Tätigkeit?
Ja, es gilt mehr Rücksichten zu nehmen. Für mich persönlich ein lehrreicher Prozess. Wir müssen aber, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein im hart umkämpften Markt von Sport und Freizeit und um kontinuierlich ein attraktives Angebot zu bieten, ganz klar nach privatwirtschaftlichen Prinzipien arbeiten. Der Herisauer Steuerzahler soll künftig Spass an seinem Investment haben. Und das nicht nur als Nutzer des Sportzentrums. Natürlich sind wir aber auch auf die Unterstützung der Gemeinde Herisau angewiesen, da wir im Leistungsauftrag des Sportzentrums verpflichtet sind, hiesige Vereine und Schulen bevorzugt zu behandeln.
Wo könnte die Gemeinde aus Ihrer Sicht den Erfolg des Sportzentrums noch stärker positiv beeinflussen?
Mit dem in der Sportzentrum-Kommission sehr aktiven Gemeindepräsidenten von Herisau, Paul Signer, arbeiten wir sehr eng und kooperativ zusammen. Ihm liegt das Wohl des Sportzentrums sehr am Herzen. Konsequenterweise müssen wir aber in der Kommission die notwendigen Freiräume haben, um mit der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern effizient und kundenorientiert arbeiten zu können. Die haben wir weitgehend, und was wir noch zusätzlich an Freiräumen benötigen, um erfolgreich zu wirtschaften, werden wir im Dialog mit der Gemeinde besprechen.
Das Sportzentrum war einst schweizweit eine Pionieranlage. Heute steht es in Konkurrenz zu anderen Anlagen, die ebenfalls ein vielfältiges Angebot aufweisen. Kann das Sportzentrum wieder zu seiner alten Form zurückfinden?
Nein, tempi passati, der Markt und das Angebot im Freizeitbereich haben sich gegenüber den 80er-Jahren dramatisch verändert. Wir haben eine neue Form und Identität des Sportzentrums Herisau geschaffen, die einmalig ist, und die werden wir jetzt erfolgreich vermarkten. Vielleicht werden wir zu Pionieren der Freundlichkeit, der Kundennähe und des Wohlfühlens. Es gibt noch längere Rutschbahnen, noch grössere Saunen und Schwimmbecken als die unsrigen in Herisau.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
– «Nicht so schlimm wie befürchtet», (14.09.2007)
– «Sportzentrum voller Rauch», (26.08.2007)



























