Brady Dougan spricht am Symposium in St.Gallen
St.Gallen. Credit-Suisse-Chef Brady Dougan sieht erste Frühlingsboten, zumindest in der Finanzbranche. Dies sagt er am Symposium.
Jetzt müssten die Grundlagen für viele weitere Jahre des Wohlstands in der ganzen Welt geschaffen werden, sagte Dougan am Donnerstag am 39. St. Gallen Syposium.
Es bedürfe zwar Korrekturen und Veränderungen, räumte Dougan ein. Das System dürfe aber nicht geschwächt werden, sagte er mit Blick auf die Forderung nach strengerer Regulierung und stärkerem Staatseinfluss in der Finanzbranche.
Dougan plädierte für einen globalen Ansatz: Die Regulierung müsse weltweit koordiniert werden – von den Regierungen, den Aufsichtsbehörden und der Branche selber, forderte Dougan. Im Vordergrund stehe dabei eine konservativere Finanzierung.
Falsche Anreize
Änderungen seien auch bei den Kompensationsmodellen nötig. Falsche finanzielle Anreize sind nach Ansicht Dougans aber nur einer unter vielen Faktoren, die in die jetzige Krise geführt haben. Anreize seien auch in Zukunft wichtig, sie müssten aber den Risiken angepasst und längerfristig ausgerichtet sein.
Schliesslich verlangte Dougan von den Bankern «mehr Mut, sich einem Trend entgegenzustellen». Oft falle es einem sehr schwer, nein zu sagen, zumal wenn es um lukrative Geschäfte gehe, doch man müsse diszipliniert bleiben.
Doping im System
Auf die Suche nach den Ursachen der Krise machte sich am Symposium an der Universität St. Gallen auch Paul Achleitner, Finanzchef des Münchner Versicherungskonzerns Allianz. Er verglich das Finanzsystem mit dem Herz-Kreislauf-System eines menschlichen Körpers.
Leistungssteigernde Drogen in Form von billigem Kapital hätten dazu geführt, dass unglaubliche Dinge erreicht worden seien. Gleichzeitg sei der Körper aber geschwächt worden. Schliesslich sei es fast zu einem tödlichen Herzstillstand gekommen. Nur dank chirurgischer Eingriffe der Politik weltweit, sei der Körper noch am Leben, räumte Achleitner ein.
Nun bestehe aber die Gefahr, dass die Chirurgen weitere Eingriffe vornähmen, nur weil sie dies gerne machten. Wie Dougan forderte auch Achleinter, dass sich der Staat wieder aus dem Finanzsystem zurückziehe. Dougan appellierte an die Regierungen, «Exit-Strategien» zu entwickeln.