• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Bisher keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise

TG. Die Wirtschaftskrise hat sich bisher nicht auf die Lehrstellensituation im Thurgau ausgewirkt.

Wie in den Vorjahren hatten auch dieses Jahr Mitte Juni nur 6,8 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger noch keine Abschlusslösung gefunden.
 
Wie Ueli Berger, Chef des Thurgauer Amtes für Berufsbildung, am Freitag ausführte, sei die «hohe Zahl abgeschlossener Lehrverträge konstant» – und das seit 15 Jahren. Jeweils Mitte Juni erhebt das Amt die Situation bei den Schulabgängerinnen und -abgängern.
 
Dieses Jahr hatten am Stichtag schon 93,2 Prozent von 3232 Schülerinnen und Schüler bereits eine Anschlusslösung gefunden. 2120 hatten bereits eine Lehr- oder Anlehrstelle in der Tasche.
 
Das entsprach fast zwei Dritteln der Jugendlichen. Damit lag diese Rate gleich hoch, wie 2008 und über 7 Prozent höher als 2007.
 
Am Freitag war die Zahl der eingereichten Lehrverträge bereits auf 2442 gestiegen. Gut 18 (2008: 18,3) Prozent der Thurgauer Schulabgänger werden dieses Jahr wieder eine Zwischenlösung vom Au-pair-Jahr bis zum Brückenangebot antreten.
 
Mädchen gehen öfter weiter zur Schule
9,5 (9,7) Prozent wechseln auf eine weiterführende Schule. Das sind in drei von vier Fällen Mädchen. Knaben wählten lieber den Weg über eine Lehre und die Berufsmatur, erklärten Berger und René Bommeli, Leiter der Berufs- und Studienberatung.
 
Von den 6,8 (6,3) Prozent oder 220 Schülerinnen und Schülern, die Mitte Juni noch keine Anschlusslösung hatten, werden bis zum Herbst vermutlich noch 20 bis 30 ohne Anschlusslösung dastehen. Bei 170 von ihnen liefen nämlich zum Erhebungszeitpunkt noch Bewerbungen.
 
Mitte Juni waren zudem noch 200 freie Lehrstellen beim Kanton gemeldet. Sie kamen vor allem aus Handwerksbetrieben.
 
Gute Chancen nach Brückenangebot
Den Schülerinnen und Schülern, die am Ende des Schuljahres noch keine Anschlusslösung haben, bietet das Berufsbildungsamt Mentoring-Programme und ein Motivationssemester an. Das seien vor allem Jugendliche, die schlechte schulische Leistungen und/oder Sprachkenntnisse aufwiesen, so Berger und Bommeli.
 
Wer im Thurgau ein Brückenangebot nutzt, hat im darauf folgenden Jahr gute Chancen für den Eintritt ins Berufsleben: Jeweils 80 Prozent finden eine Lehrstelle. Hingegen gelte das nur für 43 Prozent der Kleinklassen-Schüler: «Schlechte Schüler haben schlechte Chancen».
 
Warten auf die Auswirkungen der Krise
Beide Fachleute sind derzeit gespannt, ob die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf die Zahl der Lehrstellen für 2010 haben wird. Ab Ende Juli wird bei den Betrieben das Lehrstellenangebot erhoben, das ab dem 28. August im Internet abrufbar sein wird.
 
Bommeli rechnet damit, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen dieses Jahr ihre Lehrstellen erst später anbieten werden. Er rechne deshalb damit, dass noch bis im November Lehrstellen gemeldet würden.

ThurgauThurgau / 10.07.2009 - 12:02:34