Biologische Hefe versus Antibiotika
Konstanz/Wien. Das biologische Hefepräparat «Blossom Protect» wirkt gegen den Ausbruch von Feuerbrand gleich gut wie Streptomycin. Zu diesem Ergebnis sind Forscher an der Universität Konstanz nach einem Freilandversuch gekommen.
Momentan bestehe keine Feuerbrand-Infektionsgefahr, sagte der Thurgauer Pflanzenschutzberater Urs Müller am Mittwoch. Derzeit sei es noch zu kühl. Für eine Infektion müsste es 110 Stunden lang über 18,3 Grad warm sein. Damit sei bis Ende Woche eine Infektionsgefahr wohl ausgeschlossen.
Im Thurgau kann dieses Jahr erstmals das Antibiotikum Streptomycin zur Vorbeugung eines Ausbruchs der Obstbaumkrankheit gespritzt werden. Ausserdem ist seit diesem Jahr auch das Hefepilz-Präparat «Blossom Protect» zugelassen.
Hefepilz schützt Mostobstbäume
Dieses wird im Thurgau vor allem bei Hochstammobstbäumen angewendet werden, wie Hermann Brenner, Leiter der Thurgauer Fachstelle Pflanzenbau, kürzlich erklärte. Es lasse nämlich die Schale der Früchte rauh werden.
Sie würden bei wiederholter Anwendung schorfig. Das akzeptierten aber die meisten Konsumentinnen und Konsumenten nicht. Deswegen wird das Mittel vor allem bei Mostobst eingesetzt. Dort spielt das Aussehen der Schale keine Rolle. Dass das Hefepilz-Präparat praktisch gleich gut wirkt wie Streptomycin, hat nun die Uni Konstanz im Praxisversuch belegt.
Beide Methoden funktionieren
«Unsere Versuche haben das klar gezeigt. Beide Methoden funktionieren», sagte Stefan Kunz, Leiter des Forschungsprojekts zum ökologischen Obstbau an der Universität Konstanz, gegenüber der österreichischen Presseagentur apa. Die Mikroorganismen blockierten effektiv Infektionen über die Blüten.
Genau wie Streptomycin muss das Hefepilz-Mittel gespritzt werden, bevor sich die Feuerbrandbakterien angesiedelt haben. Hat der Baum erst einmal Feuerbrand, kann er mit keinem der Mittel mehr gestoppt werden. Er muss dann gerodet werden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.



























