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Bildungslandschaft im Sonntagsgewand

Frauenfeld. Der Wandel im Thurgauer Schulwesen hat am Mittwoch den Grossen Rat beschäftigt. Auch der Lehrkräftemangel wurde thematisiert.

Bei der Beratung des Bildungsberichts ging es vor allem um Lehrkräftemangel, Blockzeiten und die Stellung der Religion in der Schule.

Alle zwei Jahre legt der Regierungsrat einen «Bericht zur Entwicklung des Thurgauer Bildungswesens» vor. Dessen Besprechung – es wird kein Beschluss gefasst – nutzt der Grosse Rat jeweils dazu, seine Wünsche und Vorstellungen zur Weiterentwicklung des Schulwesens zu äussern.

Dabei ging es am Mittwoch um die durchlässige Oberstufe, die Nachqualifizierung von Sekundarstufen-Lehrkräften, die Maturanden-Quote und Schulleitungen. Zudem gab es Fragen zur Begabtenförderung und zu integrativ geführten Klassen.

SVP weiterhin für HarmoS
Verena Herzog (SVP) gab eine Erklärung zur Haltung ihrer Kantonalpartei zur schweizerischen Schulharmonisierung (HarmoS) ab. Die Grossratsfraktion hatte dem Beitritt zu HarmoS schon klar zugestimmt, bevor ihre Bundespartei gegenüber dem Abkommen Opposition bezog.

Herzog erklärte, die SVP-Fraktion bleibe bei ihrer Zustimmung, falls – wie im Thurgauer Schulgesetz vorgesehen – Ausnahmen vom Kindergarten-Eintrittsalter von vier Jahren möglich blieben.

Mehr Religion?
Zuvor hatte Andrea Vonlanthen (SVP) beklagt, die Vermittlung christlicher Grundsätze in der Volksschule sei zu schlecht. Erziehungsdirektor Jakob Stark widersprach: Die Ausbildung sei «nicht so schlecht wie dargestellt».

«Biblische Geschichte» als Teil der Realienfächer sei sicher auch von der Haltung der jeweiligen Lehrperson abhängig. Aber die Verpflichtung der Lehrpersonen zu Religionsunterricht sei nicht anzustreben. Sonst zögen sich die Kirchen aus diesem Bereich völlig zurück.

Vieles harrt der Lösung
Nicht mit dem Bericht zufrieden war Walter Strasser (SP): Der Bericht zeige die Thurgauer Bildungslandschaft «im Sunntigsgwändli». Dabei sei die Bildungsoffensive längst nicht abgeschlossen – lediglich die Strukturreform habe begonnen.

So müssten noch Blockzeiten umgesetzt werden und es herrsche Lehrermangel auf der Sekundarstufe. Die Integration müsse verbessert werden, die Binnendifferenzierung sei verbesserungsfähig und es gebe nicht genügend ausserschulische Betreuungseinrichtungen.

ThurgauThurgau / 23.04.2008 - 11:45:00