Beginn einer neuen Ära der Weltgeschichte
Frauenfeld/TG. «A new era of world history is ahead», verkündete Professor Kishore Mahbubani aus Singapur, «the end of Western dominance and the return of Asian power».
Er gehörte zu den internationalen Top-Referenten, die am zweiten Stein am Rhein Symposium (stars) mit einer exklusiven Gruppe von Nachwuchsführungskräften aus Afrika, Amerika, Asien und Europa über zukünftige Megatrends und Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftkrise debattierte.
Unter dem Thema «Fit for the Future – Challenges and Choices » verwandelte sich Stein am Rhein vom 3. – 6. Oktober 2009 in einen Campus ohne Grenzen. Rund 80 «Leaders of the Next Generation», im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur, die von ihren Vorgesetzten und anderen herausragenden Persönlichkeiten nominiert wurden, nahmen am diesjährigen Symposium teil. In diesen drei Tagen fand ein intensiver Erfahrungs- und Gedankenaustausch, zwischen den Teilnehmern aus 33 Ländern und den hochkarätigen Referenten statt. Zu diesen gehörten u.a. der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse Group, Hans-Ulrich Doerig und der Nestlé S.A., Peter Brabeck-Letmathe, der renommierte Politikprofessor Kishore Mahbubani aus Singapur sowie der Präsident der amerikanischen Handelskammer Robert Milligan und der CEO der Japan Bank for International Cooperation, Hiroshi Watanabe.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörten etwa:
1. Auch wenn die Wirtschaftskrise bald überstanden sein sollte, werden wir mit komplexen, verlinkten und schnell zunehmenden Veränderungen in den Bereichen Demographie, Geopolitik, Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie neue Technologien konfrontiert sein. Die Transformation der alten in eine neue Welt ist in vollem Gange, und die globalen Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich Klima, Ressourcen, Energie und Wasser, sind enorm.
2. Die Welt erfährt eine der grössten Verlagerungen, eine neue Ära der Weltgeschichte – das Ende der westlichen Dominanz und Asiens Rückkehr. Das kulturelle Selbstbewusstsein Asiens ist im Aufschwung und wächst gar explosionsartig. Dabei darf jedoch “der Elefant im Raum“ (wie der Referent Joseph D’souza es ausdrückte) nicht vergessen werden: Grosse zivile Unruhen und Gewalt in Indien und anderen Ländern werden uns beeinflussen, wenn wir nicht aktiv werden und die Lücke zwischen Arm und Reich überbrücken.
3. Trotz dieses Zustands grosser Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit müssen jedoch immer noch Entscheidungen gefällt werden. Leaders können die Zukunft ändern, Leaders können die Zukunft formen. Oder wie Patrick Dixon sagte: „Entweder bestimmen wir die Zukunft in die Hand, oder die Zukunft bestimmt uns.“
Die Teilnehmenden schätzten die Möglichkeit, einige Tage aus dem Arbeitsalltag entführt zu werden und sich inspiriert Gedanken über die Zukunft der Welt ihrer Kinder zu machen. Es wurde angeregt diskutiert und kreativ darüber nachgedacht, welche Entscheidungen und Taten heute nötig sind, um eine stabile Basis für die kommenden Jahrzehnte zu legen.
Erstmals fand in diesem Jahr auch ein öffentliches Referat statt. Der bekannte NZZ Fernost-Korrespondent Urs Schoettli referierte am 4. Oktober 2009 vor grossem Publikum zum Thema «China im Zeichen der globalen Wirtschaftskrise – Herausforderungen und Perspektiven» und eröffnete somit der Bevölkerung von Stein am Rhein die Möglichkeit, topaktuelle Hintergrundinformationen über Chinas Zukunft zu erhalten.
Das Symposium wurde von der Stiftung «stars – the Stein am Rhein Symposium» organisiert, in Kooperation mit der Jakob und Emma Windler-Stiftung und der Stadt Stein am Rhein. Die Referate werden im Verlaufe der kommenden Woche auf www.the-stars.ch veröffentlicht.



























