Barocke Gasthausstube nach 80 Jahren wieder in Appenzell
Der Kanton Appenzell Innerrhoden erhält ein bedeutendes Kunstdenkmal zurück: die barocke Stube des Gasthauses Engel.
Appenzell hat die barocke Stube des Gasthauses Engel wieder zurückerhalten. Die Besitzerfamilie hat das über 200-jährige Stuben-Ensemble dem Kanton geschenkt. Das bedeutende Kunstdenkmal soll öffentlich zugänglich gemacht werden.
Dies teilte die Innerrhoder Ratskanzlei am Montag, 7. April, mit. «Die kleine, intime Stube mit kunstvollem Täfer, wunderbarer Decke und Einbaubuffet ist schon Anfang des 19. Jahrhunderts aufgefallen», sagt der Innerrhoder Kulturamtsleiter Roland Inauen auf Anfrage.
Der Zürcher Künstler Ludwig Vogel habe das auffällige Stuben-Ensemble aus dem 17. Jahrhundert gezeichnet. Die Zeichnung sei im Band «Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden» enthalten geblieben, sagt Inauen.
Von ehemaligem Bundesrat gekauft
Anfang der 1920er-Jahre wurde die barocke Stube des Gasthauses Engel in Appenzell bei einem Umbau ausgebaut und verkauft. «Das bedeutende Kunstdenkmal war lange Zeit vergessen gegangen», sagt Inauen. Die Stube war in private Hände übergegangen.
Neuer Besitzer war Karl Kobelt (1891-1968). Der St. Galler Bundesrat (1940-1954) liess die Stube nach seinem Rücktritt aus der Exekutive in seinem Haus in Kilchberg ZH einbauen. Weil das Haus nun abgebrochen werden soll, hat dessen Schwiegertochter Annelies Kobelt und deren Sohn, Karl Kobelt, die Stube dem Kanton Appenzell Innerrhoden geschenkt.
Den fachgerechten Transport übernahm die Ernst Hohl-Kulturstiftung Appenzell in Zürich. Die Stube ist vor drei Wochen gut verpackt und laut Inauen in Topzustand in Appenzell eingetroffen und wartet jetzt auf seine neue Bestimmung. Ziel ist es, die barocke Stube wieder öffentlich zugänglich zu machen.
Noch seien keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden, um die historische Raumstruktur wieder einzubauen. Das Gasthaus Engel in Appenzell existiere zwar noch, sei aber inzwischen ein weiteres Mal umgebaut worden und komme nicht in Frage. «Die Stube wird vom Kanton aber sicher nicht mehr weggegeben», betont Inauen.



























