Bankratspräsident Hanspeter Strickler abgewählt
Frauenfeld. Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch überraschend Bankratspräsident Hanspeter Strickler (SVP) nicht wieder in das oberste Gremium der Thurgauer Kantonalbank gewählt.
Er erhielt nur 45 statt der mindestens nötigen 66 Stimmen.
Die EVP/EDU-Fraktion hatte dem Rechtsanwalt Ämteranhäufung vorgeworfen und bezweifelt, dass Stricklers zeitliche Ressourcen ausreichen, um dieses Amt auszufüllen. Ausserdem bemängelte EDU-Fraktionschef Daniel Wittwer, dass Strickler die Einladung abgelehnt habe, sich bei der Fraktion vorzustellen.
SVP-Fraktionschef Stephan Tobler nannte das Wahlergebnis auf Anfrage einen «Eklat», mit dem keiner gerechnet habe. Die Ämterkumulation sei zwar «unsensibel». Doch Klagen, dass Strickler seine Arbeit vernachlässige, habe es niemals gegeben.
Ob sich Hanspeter Strickler einem zweiten Wahlgang stellt oder ob die SVP einen neuen Kandidaten präsentieren wird, ist noch nicht entschieden. Der zweite Wahlgang findet in der Grossratssitzung am 2. Juli statt.
Neues Mitglied
Neu in den Bankrat gewählt wurde der diplomierte Baumeister Werner Dickenmann aus Frauenfeld. Er folgt auf den nach 12 Jahren zurückgetretenen Emil Lindenmann. Dickenmann wurde von der SVP vorgeschlagen. Die übrigen Mitglieder wurden für weitere vier Jahre bestätigt.
Der Bankrat besteht aus neun Mitgliedern. Er wird vom Grossen Rat gewählt und nach Parteienproporz besetzt. Für die SVP sitzt neben Werner Dickenmann noch Unternehmensberater Christoph Tobler im Bankrat. Der dritte SVP-Sitz ist nun frei.
Die FDP ist mit den beiden Unternehmensleitern Walter Strässle und René Bock vertreten, die CVP mit Rechtsanwalt Robert Fürer und Unternehmer Marco Baumann. Für die SP sitzen der Wirtschaftslehrer Marcel Bühler und der Organisationsberaterin Franziska Frohofer Kappeler im Bankrat.



























