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Ausserrhoden: Immer mehr Alkoholiker

AR. Die Anzahl der Beratungen bei der Beratungsstelle für Suchtfragen ist im vergangenen Jahr markant gestiegen.

Sich zu betrinken gehört laut Spiegel.de in Europa zum Alltag dazu – jeder Zehnte, der trinke, suche den Vollrausch. Bei Jugendlichen seien es sogar doppelt soviele, schreibt die Onlinezeitung.

Probleme auch in Ausserrhoden
Seit heute liegt jetzt der Jahresbericht der Beratungsstelle für Suchtfragen des Kantons Appenzell Ausserrhoden vor. Diese Zahlen belegen für Ausserrhoden eine eindeutige Tendenz: Die Anzahl Menschen, die bei der kantonalen Beratungsstelle für Suchtfragen Rat suchen, wird jedes Jahr grösser. 2006 ist die Anzahl Beratungen gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent gestiegen. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl der Beratungen gar nahezu verdoppelt. Insbesondere die Beratung von Menschen mit Alkoholproblemen hat im vergangenen Jahr gegenüber 2005 markant um 42 Prozent zugenommen.

Damian Caluori, Leiter der Beratungsstelle, erklärt diese Entwicklung mit der guten Wahrnehmung der Suchtberatungsstelle in der Öffentlichkeit. Ratsuchende wenden sich deshalb schneller an die Stelle, was die Arbeit der Beraterinnen und Berater wesentlich vereinfache, meint er. Aber auch die Überweisungen der Klientinnen und Klienten durch die Sozialdienste habe stark zugenommen.

Wichtig: Intensive Zusammenarbeit mit Schulen
Um dieser Zunahme entgegenzuwirken arbeitete die Beratungsstelle auch im Jahr 2006 intensiv mit Kindergärten und Schulen in Projekten und Präventionsmodellen zusammen. So wird das Thema Prävention beispielsweise in Themenwochen auf unverstaubte und attraktive Art und Weise im Schulunterricht behandelt. Zusätzlich stellt die Beratungsstelle den Lehrpersonen Material zur Verfügung, damit Prävention in den Unterricht einfliessen kann. Auch das Angebot, bei dem ein früherer Alkoholiker vor den Schülern über sein Leben berichtet, werde ebenfalls gut genutzt. Dieser Bereich der Früherkennung und Vorbeugung von Suchtproblemen sei sehr wichtig, betont die Beratungsstelle.

Die wichtigsten Personen im Bereich Früherkennung von Suchtproblemen sind und bleiben jedoch die Eltern und Erziehungsverantwortlichen, so die Beratungsstelle. In drei Gemeinden fanden 2006 in Zusammenarbeit mit den Schulen Elternveranstaltungen statt, dabei konnten rund 220 Väter und Mütter zu den Themen Sucht und Prävention sensibilisiert werden.

Zehn Gemeinden sind «Rauchlos glücklich»
Im Auftrag des Kantonsrates und der Regierung setzt die Beratungsstelle seit Februar 2004 den «5-Jahres-Aktionsplan 2004-2008 für eine Präventionspolitik Tabak/Alkohol in Appenzell Ausserrhoden» aktiv um. So wurde beispielsweise das Projekt «rauchlos glücklich» im Sommer 2005 erfolgreich in der kantonalen Verwaltung eingeführt und auch den 20 Ausserrhoder Gemeinden zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2006 haben 10 Gemeinden das Projekt zum Schutz vor Passivrauchen umgesetzt.

Ausserdem hätten knapp 80 von total 425 Ausserrhoder Gastbetrieben bis Ende 2006 eine Massnahme zum Schutz vor dem Passivrauchen ergriffen – dies wertet die Bertungsstelle als grossen Erfolg.


Qualitätsmanagement in der Beratungsstelle
Das Jahr 2006 stand auch im Zeichen der Erarbeitung eines Qualitätsmanagements (QM) für die Beratungsstelle. Das Bundesamt für Gesundheit BAG will Suchtberatungsstellen – ähnlich wie Wirtschaftsunternehmen mit ISO – mit QuaTheDA (Qualität Therapie Drogen Alkohol) zertifizieren lassen, damit die Qualität der Arbeit besser gemessen werden kann.

Die Erarbeitung des QM wird im laufenden Jahr fortgesetzt. Für das Jahr 2008 wird die Zertifizierung angestrebt.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 15.03.2007 - 10:26:00