«Ausgangsverbot ab 22 Uhr»
Herisau. Vandalismus-Vorfälle: Einwohner fordern härtere und konsequente Strafen. appenzell24.ch hat Meinungen gesammelt.
Mehrere Bürger von Herisau fordern vom Gemeinderat ein schärferes Vorgehen im Bezug auf Vandalismus und illegale Abfallentsorgung.
Für Christian Oertle, Einwohnerrat SVP Herisau, hat das ewige Wegschauen vieles mit diesen desolaten Zuständen auf den Strassen zu tun, und die Aussage «des Gemeindepräsidenten, dass die Vandalismus-Vorfälle angeblich nicht zugenommen haben, ist der erste grosse Fehler, den die Behörden und die Allgemeinheit gegenüber diesem Problem begehen.»
Oertle plädiert unter anderem auf die Zivilcourage, denn die grösste Präsenz auf den Strassen habe die Öffentlichkeit. «Wenn jeder einen potenziellen Abfallsünder, Randalierer usw. höflich darauf hinweist, dass er das bitte im Namen der Allgemeinheit zu unterlassen hat, ist schon ein grosser Schritt nach vorne gemacht.»
Täter gegen Kaution auslösen
Härtere Massnahmen schlägt Erich Vögelin vor: «Im Extremfall müsste, mit den umliegenden Gemeinden zusammen, der Ausgang für Jugendliche unter 18 Jahren nach 22 Uhr verboten werden. Bei einem Verstoss werden die Jugendlichen in polizeilichen Gewahrsam genommen und können nur durch die Erziehungsberechtigten oder deren Vertreter gegen Kaution ausgelöst werden.»
Generell gesagt, müsse den Jugendlichen aufgezeigt werden, dass Grenzen existieren und bei Verletzung dieser Grenzen Konsequenzen zu tragen seien. «Dazu sind aber auch die Eltern, die ihre Pflichten offensichtlich nicht wahrnehmen, mit einzubeziehen. Auch diese haben die Konsequenzen, mindestens finanzieller Art, zu tragen», so Vögelin. Fehlen die finanziellen Mittel, so sei der Schaden mittels Sozialdienst abzuarbeiten.
Schaden selber bereinigen
Auch Eugen Sutter aus Herisau appeliert an die Eltern. Er hofft, dass der Brief einer Gruppe Bürger an den Gemeinderat etwas bewirkt. «Vor allem hoffe ich auch, dass viele Eltern sich vielleicht wieder einmal daran erinnern, dass sie in erster Linie für ihre Sprösslinge verantwortlich sind.» Laut Sutter müssten bei einem Vergehen klare Massnahmen getroffen werden. Von den Verantwortlichen sollten als erstes die Personalien aufgenommen werden.
Des Weiteren hätten sie eine Stunde Zeit, den Schaden zu beseitigen. Bei nicht Befolgen dieser Anweisung, würde eine saftige Busse verteilt. «Und Vandalenschäden sollten konsequent den Verursachern in Rechnung gestellt werden.» Sutter vergisst auch nicht, den Gemeindeangestellten zu danken, die wöchentlich die Sauereien wieder zusammenwischen.
Mitarbeit der Bevölkerung
Annegret Schmidt wohnt seit 1990 in Herisau und beobachtet seither eine stark zunehmende Verschmutzung des «öffentlichen Raums». Um weitere Verschmutzungen zu vermeiden, müssten laut der Herisauerin zunächst die anfallenden Verschmutzungen möglichst schnell beseitigt werden. «Sonst sind diese oft wochen- und monatelangen verschmutzten Ecken ein sehr schlechtes Beispiel, prägen sich als ,normaler Zustand’ ein und verlocken zum Wegwerfen weiteren Abfalls.»
Die Bevölkerung sollte laut Annegret Schmidt die Möglichkeit haben, solche Schmutzecken auf einfache Weise, beispielsweise mittels Telefon, an eine Kontaktstelle der Gemeinde zu melden. «Diese sollte nicht als ,Beschwerde, aufgefasst werden, sondern als begrüssenwerte Mitarbeit der Bevölkerung.» Die Kontaktstelle könnte solche Meldungen auf einem Stadtplan einzeichnen und an das Reinigungsteam der Gemeinde weiterleiten. «Ich denke aber auch, dass das Reinigungsteam selber vermehrt Möglichkeiten haben sollte, ohne ,Extraauftrag, solche Schmutzstellen im Vorbeifahren zu melden oder direkt zu beseitigen», so die Leserin.
Imageschaden
Eine Verbesserung der Situation ist sicherlich wünschenswert. Nur schon wegen der Wirkung gegen Aussen. Die aus dem Ausland zugezogenen Ana Schnider beispielsweise schätzte früher die Sauberkeit auf den Strassen. «Heute aber findet man bei einem Spaziergang haufenweise Abfall vor. Ein trauriger Zustand.»
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– Droht uns eine «Verslummung»? (12. Juli 2007)



























