Aus «wortlos» wird «wortreich»
Säntis. Dank viel Hartnäckigkeit und Originalität hat es ein Vokabel doch noch zum Wort des Monats geschafft: Es lebe «z’lötzel».
Was für Ausländer und gar Ausserkantonale wie eine Fremdsprache ist, scheint für die Bewohner des Appenzellerlandes die alltägliche Sprache zu sein. Weleweg, bisons, gwared, chom wädli, leiig, en schwick, jechterondoo, vetaaseled, hetocht, dörigehnt, mockber und z’lötzel. Das sind die zwölf Wörter, welche im verlaufe des Jahres zum «Wort des Monats» erkoren wurden.
Letzteres erhielt die Ehre erst bei der letzten Chance. Dies am 26. Dezember bei der Feier auf dem Säntis. Anwesend waren über 30 Personen. Wort-Paten, Interessierte und Anwärter… alle waren sie da. Nun fehlte nur noch das zwölfte und letzte Wort in der Serie «Wort des Monats».
«z’lötzel» machte dann das Rennen, was so viel heisst wie zu wenig. Sepp Dörig ist sozusagen der Pate des Wortes. Hartnäckig buhlte der Herr um die Gunst seines Lieblingswortes, doch stets gewannen andere Ausdrücke. «Er versuchte es immer wieder», erinnert sich Martin Manser, Initiant der Aktion. «Eines Tages, mitten im Sommer, sass ich im Garten und da kam von einem lauten Knall gefolgt eine Pet-Flasche geflogen. Darin befand sich der Wortvorschlag z’lötzel.» Dörig schien kein Weg zu mühsam zu sein, um auf sein Wort aufmerksam zu machen. Doch Manser fand die Idee mit der Flaschenpost originell, der Stein kam ins Rollen.
Hartnäckig blieb Dörig daran, versteckte in seinen Sätzen sein Wort. Doch der entscheidende Auslöser war dann eine Mail im Monat Dezember. Darin erklärte Dörig Manser, dass er vor Weihnachten nur z’lötzel Zeit hätte, um an die Abschlussfeier zu kommen. «Der Ausdruck hat irgendwie etwas Negatives. Trotzdem nahm ich mir das Recht, das Dezemberwort aus meinen persönlichen Favoriten zu wählen. Ich fand, z’lötzel hätte es zum Jahresende doch noch verdient. Daraufhin erkor ich es zum zwölften Wort des Monats, so Manser.
Für Manser ist das Projekt nun abgeschlossen. «Für mich ein Jahr, welches reich an Begegnungen, Kontakten und Geschichten war», erklärt Manser. Bereits hat er wieder ein neues Projekt in Planung. Doch verraten will er es nicht.
Aus dem Projekt «wortlos» ist doch noch das Vorhaben «wortreich» geworden.



























