Aufbau von Projekten mit Jugendlichen in Heiden
Heiden/AR. Aliser Eichenberger und Manuela Rechsteiner übernehmen die Jugendarbeit Heiden.
In einer Urnenabstimmung vom 17. Mai 2009 wurde in der Gemeinde Heiden die Schaffung einer Stelle für Jugendarbeit bewilligt. Diese Stelle besteht aus einem 120 %-Pensum. Sie soll zwischen einem Mann (Leiter Jugendarbeit mit einem 80 %-Pensum) und einer Frau (Mitarbeiterin Jugendarbeit mit einem 40 %-Pensum) aufgeteilt werden. Die Stelle wurde sogleich nach der Abstimmung ausgeschrieben.
Bewusste Wahl für Person mit Migrationshintergrund
Zum Leiter Jugendarbeit Heiden wurde Aliser Eichenberger-Karakus gewählt. Herr Eichenberger, geboren 1962, ist kurdischer Herkunft, hat seit 15 Jahren das Schweizer Bürgerrecht mit Bürgerort Landiswil BE und wohnt in St. Gallen. Er ist mit einer Schweizerin verheiratet, seine beiden Söhne sind 17 und 15 Jahre alt. Zwischen 1992 und 2004 wurde Aliser Eichenberger an der Schule für Soziale Arbeit in Zürich in Sozialpädagogik ausgebildet, an der Fachhochschule NDK, Rorschach, in Teamleitung und an der Fachhochschule NDS, Rorschach, in Sozialmanagement. Berufserfahrung erarbeitete er sich zunächst beim Hilfswerk der Evangelischen Kirche (HEKS), St. Gallen, mit der Projektleitung Unterricht in Muttersprache und Kultur sowie in der Betreuung anerkannter Flüchtlinge. Im Kinderdorf Pestalozzi, Trogen, leitete er das Haus Ararat und hatte die Projektleitung „Haus der Kulturen“ inne. Während fünf Jahren war er Fachmitarbeiter im Kinderschutzzentrum Schlupfhuus, St. Gallen. Die letzte Stelle, bevor A. Eichenberger nun am 1. Oktober seine Tätigkeit in Heiden aufnimmt, war die Teamleitung der Jugendgruppe Achat im Kinder- und Jugend-Wohnheim Riederenholz.
Der Antrag zur Wahl von Aliser Eichenberger zum Leiter Jugendarbeit kam von der Kommission Bildung, Jugend und Sport (KBJS). Weil unter den Jugendlichen, mit denen die Jugendarbeiter Kontakt haben werden, viele einen Migrationshintergrund aufweisen, schlug die KBJS bewusst jemanden zur Wahl vor, bei dem dies ebenfalls zutrifft.
Viel Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen
Manuela Rechsteiner, geboren 1985, übernimmt jenen Teil der Stelle Jugendarbeit, der nach dem Konzept für eine Frau vorgesehen ist. M. Rechsteiner besuchte die Primar- und Sekundarschule in Speicher sowie die Kantonsschule in Trogen. Sie schloss mit der Matura „Moderne Sprachen“ ab. 2003 nahm sie das Studium in Vergleichenden Religionswissenschaften und Sozialarbeit an der Universität Fribourg auf. In diesen Studienrichtungen erreichte sie 2007 den Grad eines Bachelors. Für diesen Herbst plant sie in ihren Studienrichtungen den Abschluss als Master of Arts. Seit 2002 sammelte Manuela Rechsteiner in verschiedenen Praktika, so auch im Jugendsekretariat Blaues Kreuz Herisau, Berufserfahrung.
Sie ist Mitglied in mehreren Musikvereinen, Bands und Orchestern, seit 2008 wirkt sie als Co-Dirigentin im Jugend-Musikverein Speicher. In den letzten neun Jahren nahm Manuela Rechsteiner als Betreuungsperson auch an verschiedenen Jugendlagern und Musiklagern teil.
Projekte mit Jugendlichen verwirklichen
Aliser Eichenberger und Manuela Rechsteiner werden nun als erstes die Aufbauarbei-ten leisten, welche zur Umsetzung des Konzepts Jugendarbeit Heiden nötig sind. Die wichtigsten Aufgaben, aus denen die Jugendarbeit besteht, sind
- das Verwirklichen von Projekten aller Art mit/ für/ von Jugendlichen aus Heiden;
- das Erfassen von neuen Bedürfnissen von Jugendlichen, Anstossen und Coachen von entsprechenden neuen Angeboten der Jugendarbeit;
- die aufsuchende Arbeit in informellen Räumen der Jugendlichen;
- die umfassende Vernetzung und Koordination zwischen Institutionen, Vereinen, Kirchen, Schulen und Behörden bei Jugendthemen;
- das Leiten des Jugendtreffs Point (Organisation, Begleitung und Beratung der Mit-arbeitenden);
- die Öffentlichkeitsarbeit betreffend die Jugendarbeit.
Zu den gesellschaftlichen Institutionen, welche die Jugendarbeit in Heiden unterstützen, gehört auch die Kirche: Die evangelische Kirche stellt für die neuen Stelleninhaber Jugendarbeit im alten Pfarrhaus das ehemalige Büro der Pfarrerin kostenlos zur Verfügung. Die katholische Kirchgemeinde hat im Voranschlag 2009 einen Beitrag von 5’000 Franken an die Jugendarbeit Heiden genehmigt. Der Gemeinderat bedankt sich im Namen der Jugendlichen bei den beiden Kirchgemeinden für diese Unterstützung. Er heisst die beiden Verantwortlichen für die Jugendarbeit herzlich willkommen und wünscht ihnen eine erspriessliche Zusammenarbeit mit den Jugendlichen.



























