Auf den Spuren von Robin Hood
Teufen. In Wildhaus fanden die WM und EM im Outdoor Bogenschiessen statt. Mit dabei war Erika Bruderer aus Teufen.
Eröffnet wurden die Wettkämpfe mit einem Festmarsch der Teilnehmer durch das (noch) sonnige Wildhaus. Insgesamt mussten vier Parcours bewältigt werden, zwei Parcours mit jeweils 28 Tierbildern und zwei weitere mit dreidimensionalen Tierattrappen.
Eine Siegerin aus der Schweiz
Unter den Teilnehmern befand sich auch Erika Bruderer aus Teufen, vierfache Weltmeisterin und zweifache Europameisterin sowie Gewinnerin diverser Medaillen. Wie allgemein erwartet, konnte sich Erika Bruderer auch bei diesem Turnier durchsetzten und holte sich den Europa- und Weltmeistertitel in der Kategorie AFFU (adult feminin freestyle unlimited). Lucy Holderness aus England, Erika Bruderers stärkste Konkurrentin, landete nach einer spannenden Aufholjagd auf dem zweiten Platz.
Schwierige Wetterbedingungen
Grosse Schwierigkeiten bereitete den Schützen das Wetter. «Das Turnier war sehr gut organisiert, aber das Wetter war wirklich grauenhaft», erinnert sich Erika Bruderer. «Insgesamt hatten wir vielleicht vier bis fünf Stunden Sonnenschein.» Hold war den Teilnehmern das Wetter wirklich nicht. Es war grau, regnerisch und Sturmböen erschwerten einen gezielten Schuss erheblich.
«Einmal schoss ich einen Pfeil ab, der zuerst auch richtig gut aufs Ziel zuflog. Aber etwa zehn Meter vor dem Ziel wurde er von einer Böe erfasst und der Schuss ging daneben. Ich spreche allen Teilnehmern, die, den Wetterbedingungen zum Trotz, weitergemacht haben, ein Kompliment aus, besonders den vielen Kindern.»
Der schönste Sieg
Erika Bruderer kaufte sich ihren ersten Bogen mit 23 Jahren, musste das Bogenschiessen jedoch nach einer Operation für einige Jahre bleiben lassen. 1999 entschied Sie sich aber während einer Wanderung im Alpsteingebiet dazu, ihren Sport wieder auszuüben und belegt seit damals an den verschiedensten Turnieren Spitzenpositionen. Am meisten freut sich Erika Bruderer jedoch über ihren Sieg in Genua an der Weltmeisterschaft FITA 3DI 2005, das erste mal Gold für die Schweiz seit dem rund 50-jährigen Bestehen dieses Turniers.
Eine Männerdomäne?
Wenn man ans Bogenschiessen denkt, kommen einem automatisch Robin Hood, Indianer oder Legolas aus «Herr der Ringe» in den Sinn. Gibt es eigentlich auch bekannte weibliche Vorbilder? «Da gibt es zum Beispiel das Frauenvolk der Amazonen. Wie man heute weiss, amputierten sie sich sogar die linke Brust um besser schiessen zu können», so Erika Bruderer. «Aber der Frauenanteil in dieser Sportart ist heute tatsächlich niedrig, vielleicht 10 bis 20 Prozent, mehr nicht. Ich glaube das ist bei allen Schiesssportarten so.»



























