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«Auch viel Schnee stoppt die SVP nicht»

Meinung. Peter Fässler berichtet über den frischgewählten SVP-Parteipräsidenten Toni Brunner und dessen Besuch in der Kronenhalle in Gais.

Bei diesem garstigen Winterwetter die Leute vor dem Fernseher oder hinter dem warmen Ofenbänklein hervorzulocken, ist nicht jedermann gegeben. Schon gar nicht einem Politiker. Wie viele Stimmbürger bequemen sich an eine Gemeindeversammlung, wie viele Politinteressierte an Parteiversammlungen? Meistens lautet die Antwort: Wenig oder mehr als wenig. Ganz anders vergangenen Dienstagabend, 25. März, im Kronensaal in Gais. Wenn der Schweizerische Präsident der wählerstärksten Partei zu Gast ist, dann schlägt man diese Gastfreundschaft nicht aus. Da kann es draussen noch so fürchterliche schneien. Mann und Frau sind dabei. Selbst Leute die nicht dieser Partei angehören. Sie haben es sicher längst festgestellt, wir sprechen von der SVP und ihrem frischgewählten Parteipräsidenten, dem Toggenburger Toni Brunner. Ein rethorisches Naturtalent. Und mit eben dieser, seiner Rethorik, fesselt Brunner die Zuhörer bereits nach den ersten Sätzen. So hat er denn als Direktbetroffener, der Einsicht in viele politische Geschäfte und Dossiers besitzt, aber auch hautnah dabei ist, wenn in Bern wieder einmal Intrigen geführt werden, viel zu sagen.

Sie mag mich nicht
Wenn eine linke Nationalrätin aus dem Rheintal in einer Rundschau-Sendung des Schweizer Fernsehen behauptet, der Toni Brunner bewirke gar nichts, dann ist sie entweder auf beiden Ohren taub, oder es ist halt so wie Brunner sagt, «sie mag mich einfach nicht». Wer seine Zuhörer eine volle Stunde lang in seinen Bann zieht, ohne auch nur ein Manuskript vor sich zu haben, und nie auch nur ansatzweise den Faden zu verlieren scheint, der ist ein begnadeter Referent.

Vielleicht ist es ja das, was die Gegner der SVP so fuchsteufels wild macht. Da kommt einer, der nie studiert hat und mehr schlecht als recht französisch spricht und eilt von Erfolg zu Erfolg. Brunner erzählt von Blocher der gehen musste, weil er seiner Meinung nach zu stark war für die Anderen. Über Frau Widmer-Schlumpf erfahren wir, sie telefoniere eben lieber zwanzig Minuten mit dem Hämmerli als mit dem Maurer, dessen Anruf sie einfach nicht entgegen nehmen kann und, dass der Chef der SVP die neue Bundesrätin aufgefordert hat, doch selber der Partei den Rücken zu kehren.

Brunner macht aber auch klar, weshalb die Personenfreizügigkeit für die Schweiz seiner Meinung nach nicht um jeden Preis erweitert werden muss, in der Frage der Steuerhoheit einem souveränen Staat nicht dreingeredet werden darf, oder weshalb die Schweiz auf Minarette ganz gut verzichten kann.

Nimmt Mörgeli mit auf Insel
Wenn die Gegner Brunners diese Partei mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser, dann wird es wohl so sein. Es fruchtet auch nichts, wenn ständig von Disharmonie innerhalb der Partei geredt wird. Auch an diesem Abend gelingt es einem parteiunabhängigen Zuhörer nicht, Brunner gegen seinen Parteikollegen Mörgeli auszuspielen. Wenn er, Brunner, einen Mann als Helfer mit auf eine Insel nehmen würde, sei es eben dieser Mörgeli. Einer der die Sachen auf den Punkt bringe, ein intelligenter umgänglicher Politiker, gab Brunner zurück, was der Fragesteller natürlich nicht gerne hört.

Ebenfalls von Brunner scharf angegriffen wird das Projekt HarmoS (Harmonisierung der obligatorischen Schule). Wenn es nach dem Willen der Erziehungsdirektorenkonferenz gehe, erfolge bereits ab dem vierten Lebensjahr die obligatorische Einschulung der Kinder, betont Brunner und dies werde die SVP zu verhindern versuchen. Brunner hätte noch viel zu sagen, doch die Zeit ist fortgeschritten. Zufriedene verlassen die Besucher den Saal. Meiner Meinung nach hat ihnen wieder einmal jemand mit verständlichen Worten aufgezeigt, dass es sich lohnt, für die Werte unserer Heimat einzusetzen. Auch das ein Erfolgsrezept der SVP.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 26.03.2008 - 10:29:00