Asylzentrum «Landegg» in Wienacht verzögert sich
St.Gallen/Wienacht/AR. Dem Kanton St. Gallen fehlen rund 150 Unterbringungsplätze für Asylsuchende. Dies hat Folgen für die Gemeinden.
Ab April hätten in der «Landegg», dem ehemalige Schulungszentrum der internationalen Baha’i-Stiftung, 50 Asylsuchende untergebracht werden sollen. Das Zentrum liegt sowohl auf Eggersrieter SG als auch auf Lutzenberger AR Boden.
«Bevor das Zentrum eröffnet werden kann, müssen die beiden Kantone eine Leistungsvereinbarung aushandeln», sagt Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des st. gallischen Sicherheits- und Justizdepartements, heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Zentren zusammenlegen
Arta ist zuversichtlich, dass das Durchgangszentrum in den nächsten Monaten eröffnet werden kann. Rund 500 Meter von der „Landegg“ entfernt, liegt das Ausserrhoder Durchgangszentrum «Alpenblick» in Wienacht. Ziel sei es, beide Zentren zusammenzulegen, sagt Arta.
Die Zahl der dem Kanton St. Gallen zugeteilten Asylsuchenden hat sich seit August 2008 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. St. Gallen ist verpflichtet, sechs Prozent der Asylsuchenden aufzunehmen, monatlich sind das zwischen 100 und 120 Personen.
Die Betreuung der Asylsuchenden ist grundsätzlich Aufgabe der Gemeinden. Zur Entlastung der Gemeinden führt der Kanton Kollektivunterkünfte. In den drei kantonalen Durchgangszentren «Thurhof» in Oberbüren, «Bommerstein» in Mols und «Neckermühle» in Necker ist Platz für 250 Asylbewerber.
In den Durchgangszentren lernen die Asylsuchenden die hiesigen Gepflogenheiten kennen und erhalten Deutschunterricht. In der Regel verbleiben die Gesuchssteller sechs bis acht Monate in den kantonalen Zentren.
Raschere Verteilung auf Gemeinden
Vorübergehend konnte der Kanton in der Jugendherberge Busskirch in Rapperswil-Jona weitere 58 Personen unterbringen. Diese Plätze standen aber nur bis Ende März zur Verfügung. Die Asylsuchenden von Rapperswil-Jona wurden zwar auf die anderen drei kantonalen Zentren verteilt, dem Kanton St. Gallen fehlen aber nach wie vor rund 150 zusätzliche Unterbringungsplätze.
«Die steigende Zahl der Zuweisungen hat dazu geführt, dass die Asylsuchenden rascher an die Gemeinden weitergegeben werden», erklärt Arta. Die Asylsuchende bleiben nun nur noch ein bis zwei Monate im kantonalen Durchgangszentrum. Die Massnahme sei in Absprache mit der Vereinigung der st. gallischen Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten getroffen worden, sagt Arta.



























