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ASTAG wehrt sich gegen Fahrverbot für LKW

Frauenfeld. Die Vorstadt von Frauenfeld soll durch ein Lastwagenfahrverbot entlastet werden. Das fordert Roland Wetli, Gemeinderat Chrampfe & Hirne, in einer Interpellation an den Stadtrat.

Betroffen wären alle LKW über 12 Meter Länge. Die ASTAG wehrt sich entschieden gegen diese vorgeschlagene Massnahme. Einerseits verlagere sie das Problem lediglich auf eine andere Strasse. Und andererseits werde der Standort Frauenfeld dadurch wirtschaftlich gesehen erheblich geschwächt.

Einer Reduktion des Schwerverkehrs in der Innenstadt von Frauenfeld steht die ASTAG Sektion Ostschweiz grundsätzlich positiv gegenüber. «Die Massnahmen, die dazu führen sollen, müssen jedoch vernünftig sein und vor allem müssen sie letztlich auch greifen. Der Vorschlag von Roland Wetli lässt beide Punkte vermissen», so die ASTAG in ihrer Mitteilung.

Umweg von 11 Kilometern
Ein Fahrverbot für LKW auf der Ringstrasse und der Zürcherstrasse Ost in Frauenfeld würde wohl die Vorstadt zu einem Teil entlasten, hätte jedoch einen Mehrverkehr in anderen Quartieren zur Folge. Das dürfte sowohl den betroffenen Anwohnern als auch gewissen Transportbetrieben missfallen. «Für letztere fallen durch die Umwege, die zu bewältigen sind, erhebliche Mehrkosten an. Insgesamt rechnet die Branche mit Betriebskosten von rund 4 Franken pro Kilometer (inkl. LSVA und CO2-Abgabe). Fährt ein LKW demnach von Süden her kommend auf der Autobahn den Umweg via Attikon, macht er einen Umweg von mehr als 11 Kilometern. Die Rechnung ist schnell gemacht», schreibt die ASTAG weiter.

Zahlreiche KMU aber auch Grossunternehmen in Frauenfeld sind auf LKW-Lieferungen angewiesen. Auch sie würden mit der vorgeschlagenen Massnahme geschädigt. Sollte dieser wirtschaftsfeindliche Vorschlag tatsächlich umgesetzt werden, stelle sich für viele Unternehmen logischerweise auch die Standortsfrage. Frauenfeld könne sich solche Verluste nicht leisten.

Nicht nur das Transportwesen leidet darunter
Für Roman Holenstein, Präsident der ASTAG Sektion Ostschweiz, ist klar: Das anvisierte Ziel der Verkehrsreduktion ist mit der vorgeschlagenen Lösung nicht erreichbar. «In der Vorstadt machen die LKW 3 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Durch das Fahrverbot würde die Lebensqualität in diesem Bereich nur geringfügig verbessert, andere Quartiere würden jedoch doppelt so stark belastet.» Durch die entstehenden Umwege würden in der Stadt Frauenfeld auf einen Schlag noch mehr Kilometer gefahren. «Das kann nicht das Ziel sein», unterstreicht Holenstein. Die Leidtragenden sind sowohl das Transportwesen wie auch das regionale Gewerbe und die Einwohnerinnen und Einwohner.

An vernünftiger Lösung arbeiten
Die ASTAG wird deshalb gegebenenfalls auch rechtlich gegen solche Schritte vorgehen. Holenstein: «Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches prüfen soll, inwieweit solche Massnahmen überhaupt gesetzlich zulässig sind.» Die ASTAG bedauert, dass man mit der Ablehnung der Verkehrsentlastungsstrasse F21 eine Chance vergeben hat, eine sinnvolle Lösung zu erreichen (48 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprachen sich für die Variante aus). Sie ist nach wie vor der Meinung, dass nur eine ähnliche Lösung wie jene der F21 die gewünschte Wirkung erzielen kann und Frauenfeld als Firmenstandort nicht zusätzlich schwächt.

ThurgauThurgau / 10.04.2008 - 06:36:00