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«Armut vermeiden ist besser als Armut bekämpfen»

St. Gallen. Im Pfalzkeller fand eine Impulsveranstaltung zum Europäischen Jahr der Armut und sozialen Ausgrenzung statt.

Die Medienmitteilung im Wortlaut:

Das Ziel des von Caritas St. Gallen durchgeführten Anlasses bestand in der Bildung eines Komitees für Veranstaltungen im Rahmen des europäischen Themenjahres. Mit Dr. Carlo Knöpfel stand ein in Armutsfragen kompetenter Referent zur Verfügung, der die komplexen Inhalte leicht fassbar und anschaulich vermittelte.

Die Begrüssung von Rolf Steiner, Geschäftsführer von Caritas St. Gallen, schloss an das im Jahr 1996 begangene UNO Jahr der Armut an und beleuchtete kurz die Herausforderungen, denen wir uns heute gegenüber sehen. Konkretisiert wurden die Ausführungen von Vertretern der Aktion «Stutz ufwärts» aus Flawil.

Gemeinsam mit Marlise Schiltknecht, Leiterin der Fachstelle Diakonie der evang.-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen berichteten zwei Mitglieder der Aktion von ihren Aktivitäten. Für dieses Jahr ist im Oktober ein Weltrekord geplant, der auf spektakuläre Weise auf die Situation von Armutsbetroffenen hinweisen will. «Stutz ufwärts» ist eine Folge des UNO-Jahres und steht für ein Projekt, das sich nachhaltig für Armutsbetroffene einsetzt.

Das Referat von Carlo Knöpfel führte neben den statistischen Rahmenbedingungen gradlinig zu den Themen hin, wo in Zukunft der Hebel angesetzt werden muss. Bildung und Gesundheit sind Elemente, die in Zukunft neu bewertet werden müssen, wenn Armut nicht nur bekämpft, sondern längerfristig vermieden werden soll.

Die an das Referat anschliessende Fragerunde brachte die Vielfältigkeit des Problemfeldes Armut an die Oberfläche und war eine gute Vorbereitung für den Einstieg in die Gruppenarbeit. In den Gruppen wurde nachgefragt, wer für das kommende Jahr bereits etwas plant, was für Ideen bereits vorhanden sind und wer für mögliche Aktivitäten mit ins Boot geholt werden könnte. Es ergab sich eine breite Palette an möglichen Verbindungen und Ideen, die nun vom Komitee Mitte August gesichtet und priorisiert werden.

Erfreulich ist die gewünschte Verbindung zu Vertretern aus Bildung, Politik und Wirtschaft, die Bereitschaft also, über den Rahmen der eigenen sozialen Organisation hinaus nach Lösungen und anregenden Aktivitäten zu suchen. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise wird in den kommenden vier Jahren die Zahl der Armutsbetroffenen zirka verdoppeln (Carlo Knöpfel). Die Rückkehr in den Arbeitsmarkt wird nach der Krise nicht mehr für alle möglich sein, wie uns die Entwicklung seit Mitte der neunziger Jahre lehrt. Es gilt, so früh wie möglich nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die Armutsbetroffene nicht isoliert und ausschliesst, sondern neue Möglichkeiten auch ausserhalb der üblichen Erwerbsarbeit ermöglicht.

St.GallenSt.Gallen / 25.06.2009 - 09:18:51