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Armeechef räumt Fehler ein

Urnäsch. Armeechef Roland Nef aus Urnäsch zeigte sich überrascht über den Gefechtslärm, welchen der Wachtdienst mit geladener Waffe ausgelöst hat.

Massnahmen zur Verbesserung der Kommunikation seien bereits eingeleitet worden, sagte Nef am Jahresrapport der Territorialdivision 4 in St. Gallen. Am Anlass nahmen rund 600 Offiziere, höhere Unteroffiziere sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär teil.

«Der Gefechtslärm um den Wachtdienst hat mich überrascht», sagte Nef. Die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats habe am Freitag mit ihrer Zustimmung zum militärischen Wachtdienst mit durchgeladener Waffe nun Klarheit geschaffen.

Wachtdienst sei Einsatz und keine Ausbildung, sagte der seit Jahresbeginn amtierende Nachfolger von Christophe Keckeis. In Kindergärten oder Gemeindebüros werde sicherlich keine Wache mit durchgeladenen Waffen stattfinden, betonte er.

Dialog mit Wirtschaft suchen
Die Miliz glänze bei ihrem Engagement in der Armee mit hervorragenden Leistungen, sagte der Armeechef weiter in seiner Grussbotschaft. Trotz messbaren Mehrwerts fehle es der Armee aber an Nachwuchs.

«Auch die Wirtschaft muss dazu bereit sein, ihre besten Leute für die Offizierslaufbahn zur Verfügung zu stellen», sagte Nef. Er werde den Dialog mit der Wirtschaft suchen.

In seinem ersten Amtsjahr als neuer Chef der Armee sieht der Korpskommandant seine Hauptaufgabe im «Konsolidieren». Nef will die Grundbereitschaft der Armee erhöhen, die Logistik in Ordnung bringen und die Personalführung zur Chefsache erklären.

Fluglärm-Initiative kritisiert
Der aus der Ostschweiz stammende Armeechef äusserte sich in St. Gallen auch zur Initiative «Gegen Kampfjetlärm in Touristengebieten», über welche am 24. Februar abgestimmt wird. Durch die Einschränkungen gefährde die Initiative die Sicherheit und Souveränität des Landes.

Divisionär Hans-Ulrich Solenthaler, Kommandant der Territorialregion 4, ergänzte, es stünden in der Schweiz keine genügenden Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Infolge ziviler Luftfahrt wurden die militärischen Trainingsräume kontinuierlich reduziert. «Übungen im Ausland reichen alleine nicht», sagte Solenthaler.

Er erinnerte auch an das nächste Woche beginnende World Economic Forum (WEF) in Davos und die in rund 140 Tagen anlaufende EURO 2008, wo die Luftwaffe wichtige Sicherheitseinsätze verrichte.

Wachtdienst: Angst fehl am Platz
Auch Solenthaler kam auf die Kontroverse um den Wachtdienst mit durchgeladener Waffe zu sprechen. Der Entscheid und damit der Auftrag sei klar: «Der Wachtdienst wird generell mit Kampfmunition geschoben, die Waffe ist grundsätzlich geladen.»

Die Ausbildung sei umfassend genug. «Angst wäre fehl am Platz», sagte Solenthaler. Denn auch im Gefechtsschiessen sei Über- und Vorbeischiessen möglich. Sicherheit könne nur in einem Umfeld entstehen, wo auch Ordnung und Übersicht herrsche.

Die Territorialregion 4 umfasst die Kantone Zürich, Glarus, Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und beide Appenzell. Der militärische Verband erfüllt Schutz- und Rettungsaufgaben und ist für die Unterstützung der zivilen Behörden verantwortlich.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 19.01.2008 - 15:37:00