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AR◦AI 500: Zwei getrennte Kantone feiern gemeinsam

Appenzell/AI. Am 17. Dezember 1513 wurde das Land Appenzell als dreizehnter Stand in die Alte Eidgenossenschaft aufgenommen. Die beiden Kantone wollen diese Jubiläum gemeinsam feiern.

Mit dem Beitritt von Appenzell im Jahr 1513 wurde der Schweizerische Staatenbund zur Alten Eidgenossenschaft der «Dreizehn Orte». Sie blieb bis 1803 bestehen. In der Reformation trennten sich das protestantische Ausserrhoden und das katholische Innerrhoden im Jahr 1597.

Was vereint begonnen wurde, soll auch gemeinsam gefeiert werden, entschieden die beiden Kantonsregierungen, wie sie an einer Medienkonferenz heute in Appenzell erklärten – im selben «Kleinen Ratsaal», in dem die Appenzeller damals die freudige Botschaft der Tagsatzung ihrer Aufnahme und ihrer Unabhängigkeit von der Abtei St. Gallen empfingen.

«Wir feiern unsere Unabhängigkeit»

Denn: Einfach war die Aufnahme der wehrhaften und widerspenstigen Appenzeller in die Eidgenossenschaft nicht. Sie mussten als zugewandter Ort über 60 Jahre lang warten. Erst im vierten Anlauf in den Wirren der Mailänder-Kriege klappte es, wie der Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler sagte.

«Wir feiern unsere Unabhängigkeit. Freie Appenzeller zu sein, war sehr bedeutungsvoll», sagte Brunnschweiler auf die Frage nach Gedanken über eine Wiedervereinigung. Wiedervereinigung sei kein Thema, so der Ausserrhoder Landammann.

Trotz Trennung gibt es viele Gemeinsamkeiten, wie der Innerrhoder Bauherr Stefan Sutter sagte: Zwar hätten die beiden Kantone unterschiedliche Dialekte und anderes Brauchtum, aber dieselbe Landschaft, denselben Ursprung, die gleiche Geschichte, ähnliche Wappen und sie müssen mit den selben Vorurteilen leben.

Gute Nachbarschaft

Ziel der Feiern ist die Förderung der guten Nachbarschaft, die nicht immer konfliktfrei ist. Die beiden Appenzell sollen in der Schweiz und im benachbarten Ausland vermehrt wahrgenommen werden.

Gefeiert wird mit einer Fülle von Anlässen und Produktionen in Form einer Trilogie mit Eröffnungsfeier, Volksfeiern in den Gemeinden am 1. August 2013 und einer Jubiläumsfeier am 17. Dezember 2013. Für die Feierlichkeiten stehen rund vier Millionen Franken zur Verfügung. 60 Prozent übernimmt Ausserrhoden,
40 Prozent Innerrhoden.

Geplant sind unter anderem eine Wanderbühne und eine Buchpublikation: Darin soll mit historisch eingebetteten Zeitzeugnissen ein Überblick über 500 Jahre Geschichte geboten werden.

Tschako mit Schussspur
Der Ausserrhoder Kantonsarchivar und Historiker Peter Witschi zeigte anhand eines von einer feindlichen Kugel gestreiften Tschakos des Hundwiler Soldaten Johann Jakob Knöpfel was gemeint ist: Knöpfel musste 1847 gegen die Innerschweizer Sonderbund-Truppen in den Krieg ziehen. Die militärische Kopfbedeckung mit der Schussspur veranschaulicht den Pulverdampf im Sonderbundskrieg.

Knapp wird die Geschichte dazu geliefert – keine heroische Kriegsgeschichte, sondern jene eines Bürgerkriegs mit geschockten, kaum mehr kampffähigen, schlecht ausgebildeten Appenzeller Milizlern. Übrigens: Die Innerrhoder bleiben neutral. Die Bevölkerung soll solche Zeitzeugnisse und die dazu gehörenden Geschichten liefern.

Wo das Festspiel stattfinden wird, ist noch nicht beschlossen. Man liebäugle mit einem Ort «auf der Grenze», sagte Projektleiter Franz Breitenmoser. Gais wäre als Aufführungsort möglich. Immerhin sei Appenzell vor 500 Jahren noch nicht getrennt gewesen.

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Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 08.04.2009 - 14:43:01