
Appenzeller Bahnen: Drei Prozent mehr Fahrgäste
AR/AI/SG. Die Appenzeller Bahnen AG hat im vergangenen Jahr drei Prozent mehr Personen befördert und erstmals über 10 Millionen Franken erwirtschaftet.
Im vergangenen Jahr haben die AB ihr operatives Ergebnis weiter verbessert. Es konnten mehr Personen befördert werden als im Vorjahr und der Verkehrsertrag wurde 2008 deutlich gesteigert.
Verkehrserträge erstmals über 10 Millionen Franken
Erstmals wurden damit mehr als 10 Millionen Franken eingenommen. Insbesondere im ersten Semester wurde ein deutliches Plus in den Sommermonaten erzielt. Weiter haben die Zunahme bei den General-, Monats- und Jahresabonnementen und eine Preiserhöhung Ende 2007 das Resultat positiv beeinflusst. Im zweiten Semester bewegten sich die Verkehrserträge im vergleichbaren Rahmen wie im Vorjahr. Operativ können die AB für das vergangene Jahr deshalb ein positives Ergebnis von 2 Millionen Franken ausweisen.
Pensionskassensanierung belastet die Jahresrechnung
Die Situation der Pensionskasse Ascoop hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Der Deckungsgrad des Vorsorgewerks der Appenzeller Bahnen lag am 1.1.2009 noch bei 67.3 Prozent. Der Verwaltungsrat hat im Sinne einer Vorsichtsmassnahme entschieden, die gesamte Unterdeckung von 23.5 Millionen Franken auf Ende 2008 als Rückstellung zu verbuchen. Diese Rückstellungen bei der Pensionskasse führen zu einem negativen Gesamtergebnis 2008 von 3.4 Millionen Franken.
Mit dem Erlass von Darlehen, der Auflösung von stillen Reserven und dank dem guten operativen Resultat konnte dieses negative Ergebnis auf 3.4 Millionen Franken beschränkt werden. Diese Lösung ist nur dank dem Entgegenkommen der öffentlichen Hand und einem über die letzten Jahre vorausschauenden Management der AB überhaupt möglich geworden.
Der verbleibende Verlust von 3.4 Millionen Franken wird den Reserven der AB entnommen. Die AB waren in den letzten Jahren fähig, diese Reservepositionen auszubauen und profitieren nun von diesem Vorgehen.
Neue Lösungen werden gesucht
Nachdem im Mai 2008 eine erste Abstimmung beim Personal gescheitert ist, wurden in einer Arbeitsgruppe neue Lösungen für die Sanierung der Pensionskasse diskutiert. Die paritätisch zusammengesetzte Arbeitsgruppe aus Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber prüfte den Verbleib bei der Pensionskasse Ascoop respektive eine Ausfinanzierung und Wechsel zu einer alternativen Pensionskasse. Obwohl erste konkrete Vorschläge eruiert wurden, dauert diese Arbeit noch an. Ein definitiver Variantenentscheid wird frühestens 2010 gefällt.
Die Rückstellung des Fehlbetrags bedeutet kein Präjudiz für oder gegen den Verbleib bei der Ascoop. Sie belastet jedoch das ausgezeichnete Ergebnis des Geschäftsjahres 2008 und die Bilanz per 31.12.2008. Erstmals seit der Einführung des neuen Rechnungsmodells weisen die Appenzeller Bahnen deshalb einen Verlust aus. Dank Reservebildung in früheren Jahren bleiben die AB trotz diesem Unternehmensverlust ein finanziell gesundes Unternehmen mit einer komfortablen Eigenkapitalbasis.
Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten
Die Entwicklung des Unternehmens hat eine wichtige Wegmarke erreicht. Der Zeitpunkt ist günstig für Veränderungen im Verwaltungsrat. Wichtige Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen oder sind in die richtigen Bahnen gelenkt.
Die 2006 erfolgte Fusion wurde erfolgreich umgesetzt und die Geschäftsleitung mit fähigen Fachkräften komplettiert. Die Abläufe bei den Appenzeller Bahnen haben sich eingespielt und die finanziellen Verhältnisse sind auf einer soliden Basis.
Die Projektierungsphase des strategisch wichtigsten Projekts Durchmesserlinie Appenzell – St.Gallen – Trogen wird demnächst abgeschlossen und deren Realisierung wird vom Bund und den beteiligten Kantonen unterstützt. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Ortsdurchfahrt Teufen, welche unter der Leitung des Tiefbauamtes des Kantons AR steht. Aktuell wird das Auflageprojekt ausgearbeitet.
Auf das Ende der Amtsdauer haben deshalb verschiedene Verwaltungsräte ihren Rücktritt auf die Generalversammlung vom 19. Juni 2009 in Gonten erklärt.
Mit Hanswalter Schmid tritt der Präsident des Verwaltungsrates zurück. Unter seiner umsichtigen und engagierten Leitung haben sich die Appenzeller Bahnen in den letzten zwanzig Jahren zu einem modernen Verkehrsunternehmen mit Bahn und Bus entwickelt.
Neuer Verwaltungsratspräsident
Als Nachfolger für Hanswalter Schmid wird Dr. Jörg Schoch aus St.Gallen zur Wahl vorgeschlagen. Er ist Jurist und Partner in der Anwaltskanzlei Schoch, Auer und Partner. Er verfügt über eine grosse Erfahrung zu Fragen des Wirtschaftsrechts. Er kennt die lokale Politik und die Gegebenheiten der Region St.Gallen und des Appenzellerlandes.
Weitere Veränderungen im Verwaltungsrat
Nach zwölf Jahren als Verwaltungsrat der Appenzeller Bahnen tritt Prof. Dr. Thomas Bieger zurück. Er ist überzeugt, dass nach der positiven Zusammenarbeit im VR der Zeitpunkt für einen Rücktritt ebenfalls günstig ist. Die AB haben mit der Hilfe und Expertise von Prof. Dr. Thomas Bieger in dieser Zeit eine sehr positive Entwicklung erlebt. Als Nachfolger wird Dr. Dieter Wepf, Flawil vorgeschlagen. Dieter Wepf bringt umfassendes Fachwissen in betriebswirtschaftlichen Fragestellungen und in den Bereichen Hoch- und Tiefbau ein. Er war bereits Verwaltungsrat der früheren Appenzeller Bahnen zwischen 2001 bis 2006.
Weiter tritt Elisabeth Beéry Siegwart nach vier Jahren im Verwaltungsrat als politische Vertreterin der Stadt St. Gallen zurück. Von ihrem grossen Einfluss im Projekt Durchmesserlinie konnten die AB sehr profitieren. Mit dem nahenden Abschluss der Planungsarbeiten bei der Durchmesserlinie, soll die Vertretung der Stadt im Verwaltungsrat der Appenzeller Bahnen AG neu zugeteilt werden. Der Stadtrat hat Fredy Brunner, Direktor der Technischen Betriebe, zur Wahl vorgeschlagen.
Als Vertreter des grössten Aktionärs der Appenzeller Bahnen AG stellt auch der Bund jeweils einen Vertreter bzw. eine Vertreterin im Verwaltungsrat. Seit 2006 ist Peter Suter als VR in diesem Amt aktiv. Auch er hat seinen Rücktritt bekannt geben. Peter Suter hat als ehemaliger Sektionschef NEAT beim BAV und als Verwaltungsrat der ehemaligen Trogenerbahn wertvolle Erkenntnisse in den Verwaltungsrat eingebracht. Als Nachfolger für Peter Suter hat der Bund Juan Felix Gut zur Wahl vorgeschlagen. Er war zuvor Direktor des Eidgenössischen Personalamtes.
Bei der Fusion der Appenzeller Bahnen im Jahre 2006 wurde beschlossen, dass der Verwaltungsrat ab der Generalversammlung 2009 auf maximal neun Mitglieder reduziert werden soll. In diesem Zusammenhang tritt Josua Bötschi nach drei Jahren im Verwaltungsrat der AB ebenfalls zurück. Als ehemaliger Verwaltungsratspräsident der Rorschach–Heiden–Bergbahn hat er wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der Fusion beigetragen.