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Antibiotikum entschärft Feuerbrand

Neunkirch-Egnach. Im Sommer 2008 sind bisher in der ganzen Schweiz weniger als 10 Hektaren Obstbaumflächen wegen Feuerbrandbefalls gerodet worden. 2007 fielen ihm 125 Hektaren zum Opfer

Bei einer Zwischenbilanz der Kantone Thurgau, St. Gallen und Luzern betonten SOV-Vertreter am Donnerstag in Neunkirch-Egnach TG, der starke Rückgang sei auf den erstmals erlaubten Einsatz des Antibiotikums Streptomycin zurückzuführen. Der SOV werde deshalb beantragen, dass dieses auch 2009 angewendet werden dürfe.

45 Prozent aller Obstbaubetriebe
Insgesamt hatten 2008 gut 700 Obstbaubetriebe in der ganzen Schweiz die Erlaubnis, Streptomycin anzuwenden. Das waren 45 Prozent aller Betriebe.

552 Betriebe haben das Antibiotikum auch tatsächlich angewendet, dabei wurden 453 Kilo des Mittels verbraucht. 75 Prozent der Einsaätze erfolgten im Thurgau, in St. Gallen und in Luzern.

Ohne Streptomycin Rodungen
Streptomycin durfte 2008 in zehn Deutschschweizer Kantonen angewendet werden. Dieses Jahr ist der Feuerbrand erstmals auch in der Waadt aufgetreten.

Laut Pascal Mayor vom kantonalen landwirtschaftlichen Dienst, wurde dort inzwischen eine Fläche von 1 Hektar gerodet. Im Thurgau waren es bisher 6 Hektaren (2007: 65), in St. Gallen 2 (35) und in Luzern 0,4 (25).

Die Rodungen betrafen dabei nach Angaben der Fachleute nur in einem Fall eine Obstanlage, in der Streptomycin angewendet worden war. Dabei müsse noch geklärt werden, ob die Spritzung wirklich – wie vorgeschrieben – dreimal erfolgte.

Schlechte Bilanz für Alternativmittel
Ansonsten sind vor allem Bio-Betriebe und Baumschulen betroffen, die Strepromycin nicht anwenden durften. Im Thurgau sind auch wieder Hochstammobstbäume stark betroffen. Bei diesen wird Feuerbrand vornehmlich durch den Rückriss der befallenen Baumteile bekämpft.

Keine positive Bilanz zog ein Obstbauer dabei für das alternative Feuerbrand-Bekämpfungsmittel «Blossom Protect»: Seine Hochstammbäume seien trotz der Spritzung stark befallen. Er habe sogar den Eindruck, die Spritzung habe den Krankheitsbefall verstärkt.

Hochstammbäume und Baumschulen gefährdet
Dürfe weiterhin kein Streptomycin auf Hochstammbäumen angewendet werden, sehe er keine Zukunft für diese Obstkulturen. Ähnliches sagte der Thurgauer Pflanzenschutzfachmann Urs Müller für die Baumschulen: Sie hätten in der Ostschweiz kaum Zukunftsaussichten.

In diesem Sommer ist der Feuerbrand bisher in 18 Kantonen (AG, AR, BE, BL, BS, GL, GR, FR, LU, NW, OW, SG, SH, TG, VD, ZG, ZH) aufgetreten. Mit dem Erstbefall in der Waadt ist er in der Westschweiz angekommen.

Stark zugenommen hat der Feuerbrand dieses Jahr im südlichen Aargau: 55 Gemeinden sind betroffen, wie das kantonale Departement Finanzen und Ressourcen mitteilte. Das Bundesamt für Landwirtschaft teilte stark betroffene Kommunen in eine Befallszone ein.

ThurgauThurgau / 10.07.2008 - 12:56:00