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Anschlussbeschäftigung: Gute Idee – kleinmütige Umsetzung

St.Gallen. Der Kantonale Gewerkschaftsbund St.Gallen begrüsst die Idee einer Anschlussbeschäftigung für Lehrabgänger.

Nur sollte sie nicht derart kleinlich umgesetzt werden. Der Kanton St.Gallen wird von der Wirtschaftskrise hart getroffen. Besonders schwierig ist die Situation für junge Erwachsene, die nach dem Abschluss ihrer
Berufsausbildung keine Stelle finden. Die Regierung hat das Problem erkannt und schlägt eine Anschlussbeschäftigung im Betrieb vor, die maximal ein Jahr dauert. Die Arbeitgeber müssen den fertig ausgebildeten Arbeitnehmern aber nur das Eineinhalbfache des Lehrlingslohns bezahlen. Das könnte zu Lohndumping und zu einer unerwünschten Konkurrenzierung der Arbeitsplätze führen. Um das Angebot möglichst unbürokratisch umzusetzen, will der Kanton keine Bewilligung verlangen, nicht einmal eine Meldung ist notwendig. Damit gibt es keine Kontrollen, Missbräuchen wird Tür und Tor geöffnet. Der Kantonale Gewerkschaftsbund fordert, dass der Kanton St.Gallen eine aktive Rolle übernimmt. 

Dies beinhaltet auch das die Anschlussbeschäftigung finanziell aufgebessert wird. Es kann nicht sein, dass die fertig ausgebildeten jungen Arbeitnehmenden auf den vollen Lohn verzichten müssen und der Kanton St.Gallen sich mit keinem Franken beteiligt. Der Kantonale Gewerkschaftsbund fordert die Regierung auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Lehrlinge der Staatsverwaltung weiter beschäftigt – wie es beispielsweise der Kanton Zürich angekündigt hat. Nach einem Beschluss des Zürcher Kantonsrats werden dort Lehrlinge der Kantonsverwaltung während 18 Monaten weiter beschäftigt, falls keine Anschlusslösung gefunden wird.  Die Folgen der Krise sind für die jungen Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen hart, notwendig sind wirksame Massnahmen  – nicht Pflästerlipolitik und kleinliche Lösungen.
 

St.GallenSt.Gallen / 25.06.2009 - 16:14:30