Amriswil souverän an der Spitze
Der Sieger der Meisterschaftsrunden vier und fünf heisst Amriswil. Mit einem Doppelsieg hat sich der Sportclub souverän mit dem Punktemaximum an der Spitze der NLA festgesetzt.
Amriswil ist der moralische Sieger dieses Wochenendes, an dem eine Doppelrunde in der Schweizer Meisterschaft gespielt wurde. Zehn Punkte nach fünf Spielen, ein Satzverhältnis von 15:2 sind eine eindrückliche Visitenkarte der Thurgauer. In den Spielen gegen Chênois Genf auswärts und Münsingen zu Hause überzeugte Amriswil auf allen Positionen mit einer kompakten, kämpferischen Leistung. «Das Team verdient ein Lob», meinte Teammanager Christos Kiossis am Sonntagabend kurz und bündig, während das Publikum seine Spieler mit Applaus verabschiedete.
3:1 gegen Chênois Genf
Im ersten Satz suchte Amriswil noch seinen Rhythmus – insbesondere in der Startphase. Die Genfer servierten gut. Gegen Ende des ersten Satzes wechselte der Amriswiler Trainer Verstappen in der Mitte Thom Büsser ein, der gleich gute Services hinlegte und den Gegner in Bedrängnis brachte. Es gelang den Amriswilern auf 23:24 heranzukommen, den ersten Satzball konnten die Genfer nicht verwerten. Amriswil reagierte mit «Big Points» und wendete das Blatt zum 26:24. Mental und konditionell zeigte sich Amriswil hier auf voller Höhe.
Im zweiten Satz demonstrierte Amriswil auf allen Positionen seine Stärken. Die Thurgauer spielten sich in einen regelrechten Spielrausch auf hohem Niveau mit wenigen Eigenfehlern. Praktisch fehlerfrei gelangen gute Services. Spektakuläre und variantenreiche
Angriffe liessen dem Gegner wenig Chancen. Zu vieles lief bei den Genfern über Cuko, Grün und Tomasik – Pasquini stand nicht im Einsatz. 25:21 und 2:0 hiess es zur grossen Pause.
Kurze Baisse
Im dritten Satz liess die Konzentration etwas nach. Es blieb bis zum 16:18 spannend, aber Amriswil musste den Genfern den Satz mit 21:25 überlassen, nachdem umstrittene Entscheide der Spielleitung zu einem Bruch führten. Die Genfer zeigten hier etwas von ihrem Potenzial, das sie in den bisherigen drei Siegen ausspielen konnten. Fulminant fiel der Start in den vierten Satz aus, 8:3 und 11:4 sowie 16:10 lautete der Spielstand zwischenzeitlich für Amriswil. Alan Soares riss einmal mehr sein Team mit. Die ersten zwei Matchbälle wehrten die Genfer noch ab, konnten aber am 25:19 und 3:1 Schlussstand nichts mehr rütteln. «Wir haben diszipliniert, konzentriert und auf allen Positionen in diesem Spitzenspiel gut gespielt. Es gelang uns, die Mängel der Genfer auszunützen», zeigte sich der Head-Coach Verstappen mit der Leistung seiner Truppe sehr zufrieden.
3:0 gegen Münsingen
Anders war die Ausgangslage gegen Münsingen, das nach vier Runden auf Platz 6 lag. Verstappen setzte auf Brett Dailey, der im Vortag nur sporadisch spielte, auf Vitor Faure, der bis dato ebenfalls nur teilweise spielte, sowie auf Adrian Schläpfer, Marcio Sinotti, Adrian Rutishauser, Marco Bär und Christian Willi. Alan Soares wurde geschont und im dritten Satz kam der Youngster Fabian Perler für Marco Bär ins Spiel. Bei Münsingen fehlte Teamstütze Carlos Guerra. In dieser bisher noch wenig eingesetzten Formation demonstrierte Amriswil seine Flexibilität und seine alten Stärken mit gelungenen, schnellen Angriffen auch über die Mitte. Starke Services und gute Blocks begeisterten das Publikum. Mit 25:17, 25:19 und 25:21 fiel das Resultat deutlicher aus als der Spielverlauf. Insbesondere im zweiten und dritten Satz wehrte sich Münsingen geschickt und ging zeitweise auch in Führung (10:13). Amriswil gelang es immer wieder mit starken
Services und tollen Angriffen zu begeistern. Auffällig waren die beiden Brasilianer Marcio Sinotti und Vitor Faure. An die konstant guten Leistungen konnte aber auch Adrian Schläpfer anknüpfen, der bis dato seine beste Saison in der NLA spielt. Entschlossen spielte auch Christian Willi in der Mitte. Auffällig war, dass Amriswil die zweite Partie des Wochenendes jeweils im letzten Drittel der Sätze nicht zuletzt dank der Athletik der Spieler für sich eintscheiden konnte. «Damit steigen wir selbstbewusst in die erste November-Woche mit Spielen gegen Näfels auswärts, Ankara im Europa-Cup und Lausanne zu Hause», blickt Johan Verstappen auf die nächsten Bewährungsproben. «Amriswil macht einen starken Eindruck und wenn ich sehe, wie sich die einzelnen Spieler entwickelt haben in den letzten Wochen, dann stimmt mich das euphorisch», meinte Sascha Heyer im Tellenfeld, der diesen Winter mit den Amriswilern teilweise mittrainiert und sich so auf die nächste Beachsaison vorbereitet.



























