Altersheime: Defizit zu hoch
Trogen. Entgegen dem budgetierten Minus von 20'000, weist der Abschluss ein Plus von 265'000 Franken aus. Nur das hohe Defizit in den Altersheimen trübt die Freude.
Mit dem Ertragsüberschuss von 265’000 Franken kann die Gemeinde Trogen zum fünften Mal hintereinander einen Rechnungsabschluss mit schwarzen Zahlen präsentieren. Das Eigenkapital steigt damit auf knapp 800’000 Franken an.
Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde das ehemalige «Laich»-Haus in der Schurtanne verkauft. Der Nettoerlös wurde nicht wie sonst üblich dem Fonds Zukunft Trogen zugewiesen, sondern dazu verwendet, die Abschreibungen auf rund 8 Prozent zu erhöhen und verschiedene Fondsbezüge, die im Budget vorgesehen waren, nicht vorzunehmen.
Investitionsrechnung schliesst besser ab als erwartet
Es wurden im Rechnungsjahr 2006 rund 500’000 Franken weniger investiert als vorgesehen. Dass die Budgetabweichung in Zahlen trotzdem verhältnismässig gering ausgefallen ist, liegt daran, dass die Abschreibungen nicht mehr über die Investionsrechnung sondern direkt über die Bestandesrechnung verbucht werden.
Finanzen der Gemeinde sind gesund
Die finanzielle Situation der Gemeinde Trogen darf man als gut bezeichnen, ein Spielraum für die Behörden ist vorhanden. Trotzdem wird sich der Gemeinderat weiter um eine sparsame Ausgabenpolitik bemühen. Investitionen in die Zukunft, wie zum Beispiel zeitgemässe Tagesstrukturen in der Schule, werden weiterhin mit Sorgfalt vorgenommen. Auch die Prüfung einer Steuersenkung wird ein aktuelles Thema bleiben.
Defizit im Altersheim
Vor anderthalb Jahren haben die Gemeinderäte von Trogen und Speicher beschlossen, die Altersheime «Boden» und «Schönenbühl» unter einer gemeinsamen Leitung zusammen zu legen. Für das erste Jahr muss leider ein um 140’000 Franken grösseres Defizit in Kauf genommen werden, als das im Budget 2006 vorgesehen war. Durchschnittlich waren die beiden Heime nur mit 83 Prozent belegt, als Folge von ungewöhnlich vielen Todesfällen. Allein diese Unterbelegung verursachte Ertragsausfälle für das Altersheim «Boden» im Betrag von 150’000 Franken. Zudem hatten die Heime kostenintensive Personalausfälle zu verkraften. Die Fusion verursachte zusätzliche Kosten im administrativen und im Buchhaltungsbereich.
Altersleitbild wird überarbeitet
Gemeinderat, Betriebskommission und Heimleitung werden alles daran setzen, um in Zukunft das Defizit wieder auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Werbemassnahmen, Betriebsoptimierungen und Tarifanpassungen sind bereits besprochen. Eine Überarbeitung des vor zehn Jahren erstellten Altersleitbildes Speicher-Trogen soll den Weg aufzeigen für längerfristige strategische Entscheidungen.
Auch bei Fusionen zeigt sich die Arbeit oft erst im Detail. In der Praxis damit fertig zu werden, ist gar nicht so leicht. Betriebskommission, Heimleitung und die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich so gewünscht, ein gutes Ergebnis zu erreichen. Sie haben hart dafür gearbeitet. Der Gemeinderat dankt allen Beteiligten für ihren grossen Einsatz.
Fakultatives Referendum
Gemäss bisheriger Praxis wird in alle Haushaltungen eine Kurzfassung des Rechnungsabschlusses verteilt. Die detaillierten Unterlagen können bei der Gemeindekasse bezogen werden. Am 12. April findet in der «Krone» Trogen im Zusammenhang mit den Gesamterneuerungswahlen für die Gemeindebehörden eine von der FDP organisierte öffentliche Versammlung statt. Dort orientiert der Gemeinderat auch über das Rechnungsergebnis.
Die Jahresrechnung untersteht dem fakultativen Referendum, das heisst eine Abstimmung über die Jahresrechnung findet nur statt, wenn dies mindestens 30 Stimmberechtigte verlangen. Die Referendumsfrist beginnt infolge der bevorstehenden Frühlingsferien erst daran anschliessend.



























