Altersheim – wie weiter?

Bühler/AR. Der Gemeinderat hat vom Zwischenbericht der Projektplanungsgruppe «Altersheim» Kenntnis genommen.

In diesem Bericht heisst es, dass Bühler aufgrund von verschiedenen Berechnungsvarianten in zehn bis zwanzig Jahren, vorsichtig gerechnet, 17 bis 23, optimistisch gerechnet, zwischen 22 und 29 Heimplätze benötigen wird. 28 Plätze sind vom Kanton und der Santésuisse anerkannt und zugesprochen.

Unumgänglich werde sein, dass es ein C-Heim braucht, um die notwendigen pflegerischen Leistungen erbringen und abrechnen zu können. Dies hätten Abklärungen mit den umliegenden Spitex-Organisationen ergeben, die deutlich machten, dass sie den typischen B-Heimbewohner zu Hause betreuen.

Die Projektplanungsgruppe hat auch verschiedene Berechnungen durchgeführt. Sie kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:

– Mit der bestehenden Infrastruktur würde in den nächsten Jahren bei einer 100 Prozent-Belegung ein Ertragsüberschuss von rund 50’000 Franken (ohne Amortisation) erwirtschaftet, bei einer solchen von 90 Prozent gäbe es ein Minus von 130’000 Franken jährlich. Aufgrund der gestiegenen Komfortansprüche sei es illusorisch, in zehn bis zwanzig Jahren alle Zimmer des Altbaus permanent belegt zu haben.

– Bei einem Neubau (anstelle des Altbaus) könnte bei einer 100 Prozent-Belegung ein Ertragsüberschuss von rund 325’000 Franken erzielt werden, bei 90 Prozent ein solcher von 110’000 Franken (ohne Amortisation). Mit dieser Variante bräuchte es 25 belegte Plätze. Die Projektplanungsgruppe kommt daher zum Schluss, dass durch die höheren Einnahmen bei den Pensionstaxen die Möglichkeit eines Ertragsüberschusses hoch ist.

– Die Berechnungen mit dem Neubau aus dem Jahr 1995 und dem Mittelbau ergeben laut Projektplanungsgruppe sowohl bei einer 100-Prozent wie auch 90 Prozent-Belegung Defizite. Die Attraktivität könne nicht gesteigert werden, und die baldige Schliessung des Altersheims wäre die Folge davon.

Im Sinne der oben stehenden Ausführungen hat die Projektplanungsgruppe den Weg einer Vorwärtsstrategie gewählt und Abklärungen für einen Neubau mit zwölf Einheiten/Zimmern und allgemeinen Räumlichkeiten getroffen. Sie unterbreitet dem Gemeinderat vier Möglichkeiten, wie die Zukunft des Altersheims aussehen könnte.

Die erste Variante beinhaltet den Abbruch des Altbaus und die Erstellung eines Neubaus. Dabei müsste mit Kosten von rund 3,7 Millionen Franken abzüglich eines Kantonsbeitrages gerechnet werden. Eine zweite Möglichkeit sei der Betrieb mit dem Neubau aus dem Jahre 1995 und Mittelbau mit der gleichzeitigen Inkaufnahme eines jährlichen Defizits. Hinzu komme das Betreute Wohnen.

Eine weitere Variante wäre der gänzliche Verzicht auf ein Altersheim in Bühler und der gleichzeitige Einkauf von Pflegeplätzen in umliegenden Heimen.

Aufgrund der noch vielen offenen Fragen hat der Gemeinderat vorerst entschieden, die Projektplanungsgruppe zu beauftragen, auch die Möglichkeiten von verschiedenen Trägerschaften zu prüfen, da zurzeit die Finanzierung eines Altersheim-Neubaus durch die Gemeinde nicht möglich ist.

Im Weiteren hat er für Vorabklärungen einem Betrag von 5’000 Franken zugestimmt. Dieser geht zulasten des Landesfähnrich Suter-Legats.

Appenzell Ausserrhoden / 25.05.2009 - 14:35:43
Exit mobile version