
Als ein Telefonausfall noch das Geschäftsleben lahm legte
Islikon/TG. Vor 40 Jahren legte ein Brand in der Telefonzentrale Zürich- Hottingen auf einen Schlag 30'000 Telefonanschlüsse lahm.
Wochenlang war der Telefonverkehr behindert. Dieses Ereignis thematisiert eine am Dienstag vorgestellte Sonderschau im Telefonmuseum in Islikon TG.
1969 betrat der erste Mensch den Mond, wurde «Grüeziwohl Frau Stirnimaa» zum Schweizer Sommerhit und das Nonplusultra im Büro war die Kugelkopf-Schreibmaschine. Es gab weder Faxgeräte noch Mobiltelefone.
Deshalb stand sozusagen die Geschäftswelt still, als am 22. Februar 1969 um 9.52 Uhr ein Feuer in der Telefonzentrale Zürich-Hottingen die mechanischen Wähler und damit auch nahezu 30’000 Telefonanschlüsse stilllegte.
Solidarität und Menschliches
Der Solidarisierungseffekt sei durch die plötzlich eingetretene Betroffenheit gross gewesen, erinnerte sich Ausstellungsmacher Arthur Kammer am Dienstag bei der Präsentation der Sonderschau. Private Unternehmen hätten spontan ihre Funknetze zur Verfügung gestellt, und auch das Nottelefonbuch sei privat gesponsert worden.
Es habe Wochen gedauert, bis alles wieder repariert gewesen sei. In einem eigens für die Sonderschau gedrehten Videofilm erzählen Elisabeth und Fritz Zingg von den Folgen des Brandes und der Notorganisation. Sie war damals Direktionssekretärin, er Chef der Kundenabteilung der PTT Zürich.
Der Brandfall hatte für die beiden auch privat Folgen: Sie lernten sich dadurch kennen und sind nun seit über 40 Jahren verheiratet.
Schon über 30000 Besucher
Die gemeinnützige Stiftung Telephonica hat sich seit der Eröffnung im Jahre 1995 immer wieder bemüht, Telefongeschichte erlebbar und greifbar zu machen. Die neue Sonderschau zum Brandfall in der Telefonzentrale Zürich-Hottingen soll weitere Besucherinnen und Besucher anziehen.
Bislang haben über 30’000 Menschen das Museum besucht. Es ist jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.