Alle warten auf die Rochade
Frauenfeld. Nach einem Wahlkampf, der keiner war und einem Resultat, das kaum erstaunt, warten nun viele auf den nächsten sich abzeichnenden Schritt: Die Departements-Rochade in der Regierung.
Man nimmt, was übrig bleibt: Das ist die Vorgehensweise bei der Zuteilung der Verantwortlichkeiten in einer Regierung. Gemäss dem Anciennitätsprinzip wählen die Amtsältesten, welches Departement sie übernehmen möchten, der «Benjamin» der Runde nimmt mit dem Vorlieb, was bleibt. Im konkreten Fall ist der Benjamin weiblich: Monika Knill (SVP) wurde gestern erwartungsgemäss in die Regierung gewählt. Und auch wenn sie die «Nachfolge» von Baudirektor Hans Peter Ruprecht übernimmt, ist es eher fraglich, ob sie sich künftig mit dem umstrittenen Bau von Verwaltungsgebäuden oder noch umstritteneren Strassenbauprojekten herumzuschlagen hat. Denn ihr seit zwei Jahren im Amt stehender Parteikollege Jakob Stark fühlt den Drang zu Baufragen, was er auf entsprechende Anfragen hin zwar immer relativierte, doch nie abstritt.
Monika Knill bliebe damit der Bereich Erziehung und Kultur. Ein «klassischer» Frauenbereich auf den ersten Blick, der es aber durchaus in sich hat. Die Lehrerinnen und Lehrer sind eine kritische Berufsgruppe, die an Jakob Stark, der nicht als Turbo-Reformator galt, ihre Freude hatten – er wirbelte ihr Berufsleben nicht mit Neuerungen durch. Bildungsfragen stehen aber durchaus im Raum, und Monika Knill stünde in diesem Departement vor der Frage, ob sie sich dieser annehmen möchte oder aber auf Abwarten setzt.
Bei den anderen Departementen sind keinerlei Wechsel zu erwarten. Claudius Graf (SP) wäre nicht einmal mit Gewalt aus seinem geliebten Justizbereich zu reissen, Kaspar Schläpfer hat mit dem Departement für Inneres und Volkswirtschaft ebenfalls sein liebstes Kind unter sich, Bernhard Koch hat bereits einmal gewechselt und nimmt sich den Finanzen und dem Soziale sichtlich gerne an.



























