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Adieu, Selbstverantwortung

Kommentar. Ausserrhoden bildet eine rauchfreie Insel in der Ostschweiz. Bis zu einer schweizweiten Lösung wird das nur eines auslösen: Eine wirtschaftliche Schwächung.

Das Rauchen in Beizen und Restaurants in Ausserrhoden wird künftig mit Ausnahme der sogenannten Fumoirs verboten sein. Zu kritisieren gibt es am Ausgang einer Volksabstimmung niemals etwas – immerhin hat da eine Mehrheit gesprochen. Es ist allerdings nicht verboten, auf die Auswirkungen dieses Ausgangs hinzuweisen. Appenzell Ausserrhoden leistet sich in dem Moment, in dem der Halbkanton wirtschaftlich gerade wieder etwas Fuss fasst, eine Sonderlösung, welche die lokale Wirtschaft und den Tourismus stark treffen wird. Es ist, als würde sich ein 100-Meter-Sprinter, der endlich Anschluss an die Spitzenläufer gefunden hat, vor dem entscheidenden Rennen selbst einen Steinklotz ans Bein binden.

Natürlich finden Befürworter jederzeit Statistiken, die belegen, dass in Ländern mit Rauchverbot die Umsätze in der Gastronomie nicht zurückgegangen sei. Aber zum einen findet sich zu jeder Statistik eine Gegenstatistik, zum anderen sind die meisten Verbote jüngeren Datums, und eine Umsatzentwicklung will längerfristig beobachtet werden. In den betreffenden Ländern, beispielsweise Irland, gibt es trotz beschönigender «Untersuchungen» der Regierung zahllose Betriebe, deren Überleben durch die Neuregelung ernsthaft gefährdet ist. Eine positive Auswirkung auf die Zahl der Raucher ist derzeit auch nicht zu beobachten – es sei denn, die Rauchgegner verbuchen es als Erfolg, dass jetzt die Leute ganz einfach VOR statt IM Restaurant rauchen.

Die Ausserrhoder sind findige Leute. Viele Gastrobetriebe werden auch unter den neuen Voraussetzungen ein Auskommen finden. Aber nicht ohne Einbussen. Es werden Raucherclubs entstehen, es wird einen Trend hin zu Treffen in Privaträumen geben, wo der Staat (noch) nicht vorschreibt, was man zu tun und zu lassen hat. Wer ernsthaft glaubt, das alles gehe spurlos an der Gastronomie vorbei, der ist blind.

Und: Welches ist das grundsätzliche Signal des heutigen Abstimmungstages? Wann verschwinden fettreiche Lebensmittel aus den Regalen, wann wird das Fitnesszentrum obligatorisch? Wann darf man unter freiem Himmel nicht mehr rauchen, wann wird es verboten sein, alleine im Fahrzeug unterwegs zu sein, statt Fahrgemeinschaften zu bilden?

Der Weg, die Selbstverantwortung durch eine steigende Reglementierungs- und Verbotsdichte abzulösen, macht uns nicht stärker. Im Gegenteil.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 25.11.2007 - 14:25:00