Ab Herbst wieder geöffnet
Herisau. Seit Ende März ist das vom Verein für Freizeitgestaltung getragene Jugendzentrum geschlossen.
Im Herbst wird das Haus an der Gossauerstrasse mit neuem Konzept unter Führung der Gemeinde wieder eröffnet. Dieser Tage trafen sich Vorstandsmitglieder und Gemeindevertreter zu einer symbolischen Übergabe.
34 Jahres ist es her, seit das Jugendzentrum in der Liegenschaft Gossauerstrasse 59 eröffnet worden ist. Es war während all der Jahre Treffpunkt für Jugendliche und durchlebte unterschiedliche Phasen. Verantwortliche Trägerschaft war seit der Gründung der auf privater Basis entstandene Verein für Freizeitgestaltung. Bereits im Herbst 2006 signalisierte der Vereinsvorstand der Gemeinde, dass er aus finanziellen und personellen Gründen nicht mehr länger in der Lage sei, den Betrieb sicher zu stellen. Seit März dieses Jahres ist das Jugendzentrum jetzt definitiv geschlossen. Für den Gemeinderat Herisau war klar, dass in der Gemeinde ein Bedürfnis für einen Treffpunkt für Jugendliche besteht und er beschloss, eine neue Lösung zu suchen. Die dem Einwohnerrat im letzten Mai unterbreitete entsprechende Kreditvorlage wurde genehmigt und die Referendumsfrist verstrich ungenutzt, so dass einer Weiterführung des Jugendzentrums durch die Gemeinde Herisau jetzt nichts mehr im Wege steht.
Trägerverein aufgelöst
Ende Juni fand eine ausserordentliche Hauptversammlung statt, an welcher die Auflösung des Vereins für Freizeitgestaltung beschlossen wurde. Präsident Peter Germann betonte, dass mit der Übernahme des Jugendzentrums durch die Gemeinde der Hauptzweck des Vereins entfalle. Eingeschränkte finanzielle Mittel, die Schwierigkeit Vorstandsmitglieder zu finden und eine notwendige Professionalisierung der Führung des Jugendzentrums hätten den Ausschlag gegeben, den Jugendhausbetrieb aufzugeben und das Jugendzentrum der Gemeinde zurück zu geben. Der Vorstand sei über die Bereitschaft von Gemeinderat und Einwohnerrat, den Betrieb des Jugendzentrums neu zu regeln sehr glücklich. Abschliessend dankte Peter Germann den Vereinsmitgliedern, Privatpersonen, Firmen aber auch Stiftungen und der Gemeinde Herisau für die Loyalität und Unterstützung in all den Jahren. Ein besonderer Dank ging zudem an Loni Bösch und Claudia Hälg, welche das «Jugendkafi» engagiert betreut hatten.
Wiedereröffnung im Herbst
Nachdem der Einwohnerrat der Weiterführung des Jugendzentrums zugestimmt hat und dafür jährlich wiederkehrende Kosten von 160’000 Franken und ein Kostendach vom 150’000 Franken für Sanierungsarbeiten gutgeheissen hat, wird das Jugendzentrum bereits in diesem Herbst Jugendlichen ab der Oberstufe wieder offen stehen. Ein Evaluationsbericht soll nach spätestens fünf Jahren über gemachte Erfahrungen rapportieren. Das Jugendzentrum wird organisatorisch dem Ressort Soziales zugeordnet. Die bestehende Jugendberatung und das Jugendzentrum bilden neu den Fachbereich Jugendsekretariat. Laut gemeinderätlicher Botschaft wird für die Leitung des Jugendzentrums eine 80- bis 100-Prozent-Stelle geschaffen. Darüber hinaus ist ein Teilzeitpensum für Stellvertretung und Projektarbeit vorgesehen. Im Jugendzentrum sollen Jugendliche auch einen Teil der Verantwortung für den Betrieb übernehmen und damit soziale und fachliche Kompetenzen erwerben können. Das Jugendzentrum soll ein Treffpunkt sowie ein Ort für Events und Veranstaltungen sein. Die Initiierung und Durchführung von jugendspezifischen Projekten ist ebenfalls vorgesehen. Weil das Jugendzentrum eng mit der Jugendberatung zusammenarbeitet, wird in der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Gossauerstrasse 59 auch Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung eingerichtet.



























