Von Parvo bis Zwingerhusten: Impfungen bewahren Ihren Hund vor Krankheiten
Polizei.news Redaktion Hintergrund
Eine Impfung stellt für das Immunsystem Ihres Hundes ein Sicherheitstraining dar und schützt vor schweren Krankheitsverläufen. Abgetötete oder abgeschwächte Erreger lösen bei der Impfung eine kontrollierte Abwehrreaktion aus, sodass das Immunsystem echte Infektionen rechtzeitig erkennt und effizient bekämpft. Gleichzeitig trägt jede Impfung zur Stärkung der sogenannten „Herdenimmunität“ bei, die verhindert, dass sich gefährliche Keime wie das Tollwut-Virus flächendeckend verbreiten können.
In Zusammenarbeit mit der Kleintierpraxis Moosaic aus Emmen haben wir Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zum Thema „Impfungen bei Hunden“ zusammengestellt.
Hundekrankheiten, vor denen Impfungen wirksam schützen
Parvovirose: Die extrem robusten Viren überleben monatelang auf Schuhsohlen oder Spielzeug. Sie greifen Darm- und Knochenmarkzellen an, verursachen blutigen Durchfall und massiven Flüssigkeitsverlust, was vor allem für Welpen in kurzer Zeit tödlich sein kann. Die Erreger können von anderen Hunden oder Katzen übertragen werden, Menschen hingegen sind nicht gefährdet.
Leptospirose: Bakterien aus Pfützen- oder Teichwasser gelangen über kleine Hautwunden in den Körper. Sie zerstören Niere und Leber des Tieres, Menschen können sich ebenfalls mit Leptospirose anstecken. Besonders heimtückisch ist, dass viele Hunde anfangs nur unspezifische Symptome wie Fieber und Mattigkeit zeigen, bevor es innerhalb weniger Tage zum Nierenversagen kommt.
Staupe: Das Virus wird meist direkt von Hund zu Hund übertragen, Füchse und Marder sind zusätzliche Infektionsquellen. Nach Fieber und Nasenausfluss folgen Lungen-, Darm- oder Gehirnentzündungen mit Krämpfen, an denen fast jeder zweite ungeimpfte Hund stirbt oder von denen lebenslange Nervenschäden zurückbleiben.
Hepatitis contagiosa canis (HCC): Ein Lebervirus, das binnen Stunden hohes Fieber und Bauchschmerzen auslösen kann. Häufige Langzeitfolgen sind Hornhauttrübungen bis zur Erblindung. Dank Impfung ist HCC heute selten, verläuft ohne Schutz jedoch oftmals tödlich.
Zwingerhusten (Parainfluenza/Bordetella): Unterschiedliche Keime verursachen hartnäckigen Husten, der unbehandelt z. B. eine Lungenentzündung zur Folge haben kann. Ein hohes Ansteckungsrisiko besteht überall dort, wo viele Hunde zusammentreffen (z. B. Welpenschule, Hundepension, Feriencamp).
Tollwut: Weltweit tödlich für Tier und Mensch; erste Anzeichen sind Wesensänderungen und Lähmungen. Die Schweiz gilt zwar als tollwutfrei, doch eine Impfung ist für Reisen mit Hunden gesetzlich verpflichtend und sinnvoll, denn sie schützt vor Ansteckung im Ausland.
Schützen Sie Ihren Hund durch regelmässige Impfungen
Die Grundimmunisierung als erstmaliger Aufbau eines Impfschutzes beginnt mit Impfungen in der achten und zwölften Lebenswoche, eine dritte Dosis wird mit 16 Wochen empfohlen. Die Grundimmunisierung ist nach einer Wiederholungsimpfung im Alter von 6-12 Monaten abgeschlossen.
Tierarzt Jobst Hönicke von der Kleintierpraxis Moosaic weist darauf hin, dass die Schutzwirkung von Impfungen mit der Zeit immer mehr nachlässt. Wie lange der Schutz hält, hängt vom Impfstoff und vom Alltag Ihres Hundes ab: Abenteuer-Freigänger brauchen oft kürzere Intervalle als Wohnungshunde. Bringen Sie daher den Impfpass zu jedem Jahres-Check mit, damit Ihr Tierarzt die Auffrischung individuell anpassen kann.
Sind Kombinationsimpfstoffe empfehlenswert?
Bei einer Impfung können mehrere Antigene gleichzeitig in Form von Kombinationsimpfstoffen verabreicht werden. Studien zeigen keinerlei Nachteile für das Immunsystem, solange alle enthaltenen Komponenten sinnvoll sind. Unerwünschte Nebenwirkungen, etwa in Form einer kleinen Schwellung an der Injektionsstelle, treten sehr selten auf, ebenso schwere allergische Reaktionen.
Ein mit Ihrem Tierarzt abgestimmtes und konsequent durchgeführtes Impfprogramm schützt Ihren Hund effizient vor lebensbedrohlichen Krankheiten. So ersparen Sie sich und Ihrem Haustier teure Notfallbehandlungen und leisten einen aktiven Beitrag zum Schutz aller Hunde in der Schweiz.
Titelbild: Nynke van Holten – shutterstock.com